Sammlung Wolnin wird in Witten gezeigt

Mit einem Kopffüßler von Horst Antes: Britta Koch (Leiterin Galerie Haus Herbede, li.), Peter und Monika Pfeiffer (beide Kulturstiftung).
Mit einem Kopffüßler von Horst Antes: Britta Koch (Leiterin Galerie Haus Herbede, li.), Peter und Monika Pfeiffer (beide Kulturstiftung).
Foto: FUNKE Foto Service
„Kunst nach ‘45“ heißt die neue Ausstellung in der Galerie Haus Herbede. Gezeigt werden Bilder aus der Sammlung des Dortmunders Manfred Wolnin.

Witten..  Beuys mit einem Goldhasen ist hier genauso zu sehen wie ein Kopffüßler von
Antes oder die Pflügenden von Käthe Kollwitz. Die Ausstellung „Kunst nach ‘45“ in der Galerie Haus Herbede (1. 2. bis 22. 2.) lockt ab Sonntag mit großen Namen. Und sie setzt auf Klasse statt auf Masse.

Zwischen 1945 und den 1990er Jahren entstanden die Werke, die in Haus Herbede präsentiert werden. Ein recht langer Zeitraum, in dem natürlich unendlich viele Bilder produziert wurden. Die aktuelle Schau zeigt 38 Arbeiten, die dennoch die verschiedenen künstlerischen Stilrichtungen von der figurativen Kunst bis zur reinen Abstraktion spiegeln.

Was diesen Werken gemeinsam ist? Sie alle stammen aus der Sammlung Wolnin. Eigentlich war Manfred Wolnin, der heute Mitte 80 ist, Kaufmann im pharmazeutischen Bereich. Aber nebenbei betrieb er eine Galerie in Dortmund, lernte so viele regionale und internationale Künstler kennen und sammelte auch für sich. 2005 stiftete er dann dem Dortmunder Stadtteil Hörde 120 Arbeiten, die ihren Platz in der Hörder Burg fanden und von der Kulturstiftung Schlanke Mathilde verwaltet werden. „Aber die Bilder müssen raus an die frische Luft“, meint Monika Pfeiffer von der Kulturstiftung schmunzelnd. Und ihr Mann Peter ergänzt: „Wir sind bemüht, die Bilder mindestens einmal im Jahr anderswo auszustellen.“ So läuft auch gerade in Essen eine Schau mit Werken aus der Wolnin-Stiftung.

Neuanfang nach dem Weltkriegshorror

Die Pfeiffers lernten Britta Koch, künstlerische Leiterin der Galerie Haus Herbede, bei einer Ausstellung in den dortigen Räumen im vorigen Jahr kennen. So war flugs die Idee geboren, Werke aus der Wolnin-Stiftung auch in Herbede zu zeigen. „Wolnin hat gesammelt, was ihm gefiel und was zu seiner Zeit aktuell war“, erzählt Peter Pfeiffer. So sind in der aktuellen Schau Werke der Altväter des Informel wie Emil Schumacher oder Karl Otto Götz zu sehen, aber auch von Heinz Mack, der mit Uecker und Piene zur Gruppe „Zero“ gehörte. Zero bedeutet übersetzt Null. Und so wollte die Gruppe nach dem Weltkriegshorror einen künstlerischen Neuanfang starten.

Während Horst Antes in seinem Bild „Mensch mit Pyramide“ und A. R. Penck in seinem Werk „Begegnung an der Elbe“ auf der Grenze zwischen Abstraktion und Figurative balancieren, geht es in Satorius’ Radierung „Dreimal heißes Wasser“ sehr abbildhaft zu. Die drei Krüge sind so fein und genau dargestellt, dass man sie anfassen möchte um zu prüfen, ob es sich nicht doch um ein Foto handelt.

Aber wie heißt es doch so schön hier im Ruhrgebiet? „Nich am Bild packen.“

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