Rund 80 Wittener im „Pokémon-Bermudadreieck“

Wo taucht das nächste Pokémon auf? Vor der Sparkasse waren am Montag wieder viele in das Spiel versunken.
Wo taucht das nächste Pokémon auf? Vor der Sparkasse waren am Montag wieder viele in das Spiel versunken.
Foto: FUNKE Foto Services
Sparkasse aktiviert Wittens „Pokémon-Bermudadreieck“ und lockt damit rund 80 Spieler der Smartphone-App an. Hupende Autos wollen provozieren.

Witten. Die Sparkasse hat ihr Versprechen gehalten und am Montagnachmittag drei sogenannte Lockmodule aktiviert. Damit wurden nicht nur Pokémon vor die Hauptstelle gelockt, sondern auch zahlreiche Spieler der Smartphone-App „Pokémon Go“. Manche machten es sich sogar in Campingstühlen bequem und stellten sich auf eine lange Nacht ein.

„Wir haben hier das Pokémon-Bermudadreieck“, scherzt Sparkassen-Mitarbeiter Carsten Hilgenstock. Er meint damit die Besonderheit, dass die drei Poké-stopps auf der Ruhrstraße zwischen ehemaliger Bücherei und Kreditinstitut es ermöglichen, ebenso viele Lockmodule gleichzeitig zu aktivieren. Der Vorplatz der Sparkasse ist darum längst zum ultimativen Treffpunkt für Jäger der kleinen Monster in Witten geworden. Dem Aufruf des Kreditinstituts folgten am Montag rund 80 Spieler aller Altersklassen.

Die Meute wirft mit Bällen

Einer der „grauen Herren“, die Künstlerin Christel Lechner auf dem Vorplatz der Sparkasse platziert hat, schaut auf die Uhr. Als wolle er sagen: „Beeilt euch, die Zeit läuft ab.“ 30 Minuten lang werden nach der Aktivierung des Lockmoduls die begehrten japanischen Monster angezogen. Die „grauen Herren“ sind die einzigen weit und breit, die kein Smartphone in der Hand haben. Um sie herum wirft die Meute mit Bällen nach Pokémon. Auf dem Handy. Fiktiv. Nur die Aufmerksamkeit für das Spiel ist real.

„Am Freitagabend waren noch mehr Leute hier“, sagt Mike Karst. Der Student ist begeisterter Fan des Online-Spiels und machte sich eigens für die Veranstaltung etwas eher von der Universität auf in Richtung Innenstadt. Am Freitag, berichtet er, hätte eine große Gruppe an gleicher Stelle bis tief in die Nacht nach Pokémon gesucht. Freitag wie Montag mit dabei war Mischa Menz. „Die Atmosphäre ist immer sehr friedlich. Nur die umliegenden Kioske haben wir leergekauft.“

Mit Campingstuhl und Bier

Längst ist die Jagd nach den Fabelwesen in der Ruhrstadt zu einer Art Camping geworden. Ein paar Jungs haben Campingstühle und Bier in Kühltüten mitgebracht. Sie haben vor, länger zu bleiben. Bis tief in die Nacht. Der laue Sommerabend wird es möglich machen. Haben sie etwa noch weitere Lockmodule? „Wir nicht. Aber wir hoffen, dass andere noch welche aktivieren“, sagt einer aus der Gruppe. „Wir sind doch arme Schüler.“ Denn wer ein Lockmodul nicht im Spiel gewinnt, der muss es kaufen. Mit realem Geld.

Ab und an fahren Autos vorbei und hupen. Manchmal geht das Fenster runter und irgendwer macht einen dummen Spruch. Die Begeisterung für „Pokémon Go“ versteht nicht jeder. Einige machen sich lustig und provozieren. Die zahlreichen Spieler stört das nur kurz. „Bis das nächste Pokémon auftaucht“, meint Patrick Martin. Dann gilt die Aufmerksamkeit wieder voll dem Smartphone.