Rektor Schulte versüßte die Schulzeit

60 Jahre nach der Schulentlassung trafen sich die Ehemaligen der Kronenschule zu ihrer diamantenen Jubelfeier im Parkhotel. Foto: Michael Korte / WAZ FotoPool
60 Jahre nach der Schulentlassung trafen sich die Ehemaligen der Kronenschule zu ihrer diamantenen Jubelfeier im Parkhotel. Foto: Michael Korte / WAZ FotoPool

Witten.. Vor 60 Jahren haben 55 Schüler ihren Abschluss an der Kronenschule gemacht. Seit einigen Jahren treffen sie sich alle drei Monate zum Quatschen. Nun feierten sie ihr diamantenes Jubiläum.

Von den 60 Abgängern sind am Wochenende 20 ins Parkhotel zum gemeinsamen Essen gekommen. Einige sind krank, einige können aus zeitlichen Gründen nicht, einige leben nicht mehr. Gisela Sollmann hat das Treffen organisiert. „Mit den Jahren werden es immer weniger. Das ist nun einmal der Lebensweg.“

Diejenigen, die gekommen sind, freuen sich aufeinander. Es werden Hände geschüttelt, überall sieht man strahlende Gesichter. An ihre Schulzeit erinnern sie sich gerne. Und dass, obwohl sie ihren Abschluss kurz nach dem Krieg machten, 1952. „Vor allem unser Rektor Schulte hat uns die Schulzeit versüßt“, erzählt Ursula Bödecker. Rektor Schulte hat mit den Mädchen und Jungs viel musiziert. Sogar einen Flügel hat er in die Schule gebracht. Das war für die Kinder damals das Größte, neben den Tanz- und Gesangsaufführungen.

Die Ausflüge, die man mit der Schule machte, waren noch besser. Bei der Erinnerung an das Zeltlager an der Listertalsperre bei Olpe lachen Ursula Bödecker und Doris Breiden. „Das war ein Gekicher in dem Zelt, in dem alle Mädchen zusammen schliefen. Aber eine strenge Aufseherin hatten wir. Deswegen konnten wir uns nicht viele Faxe erlauben“, erzählt Doris Breiden.

Die Kronenschule war keine reine Mädchenschule. Die Jungs hatten aber andere Lehrer. Horst Unverfehrt kennt seinen Lieblingslehrer noch genau: „Lehrer Lotze aus Leipzig. Er war unglaublich gutmütig. Da mussten wir als Strafarbeiten nur Seiten aus dem Lesebuch abschreiben. Andere Lehrer waren strenger.“ Damals durften Lehrer als Strafe auch schon einmal eine Ohrfeige austeilen.

Durch den Krieg mussten die Schüler Einschränkungen hinnehmen. Einen Mitschüler traf es sehr hart, so Ursula Bödecker. „Es fuhren ja keine Busse. Deswegen musste er von Durchholz zur Kronenschule laufen. Das sind neun Kilometer. Im Winter war das schlimm.“

Mit 14 Jahren wurden sie von der Schule in die Arbeitswelt entlassen. Die Ehemaligen sind stolz, dass sie eine gute Schulbildung erhielten. Gisela Sollmann: „Das war nach dem Krieg nicht selbstverständlich.“ Nun freuen sich alle auf das nächste Treffen. Ursula Bödecker: „Vielleicht schaffen wir ja noch die 70 Jahre.“

 

EURE FAVORITEN