Rathaus-Umbau kostet 15 Mio Euro

Wittener Rathaus - sanieren oder umbauen, das ist die Frage. Foto: Olaf Ziegler / WAZ FotoPool
Wittener Rathaus - sanieren oder umbauen, das ist die Frage. Foto: Olaf Ziegler / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool / Olaf Ziegler

Witten.. Kämmerer Matthias Kleinschmidt ist der Mann, der Bürger und Ratsmitglieder am besten erschrecken kann. Zum Beispiel so: Wir haben kein Geld, aber die sinnvollste Sanierung des Rathauses würde um die 15 Millionen kosten. Er ist aber auch der Mann, der alle am besten beruhigen kann. Zum Beispiel so: Unterm Strich machen wir in den nächsten 25 Jahren dadurch ein Plus von 100 000 Euro pro Jahr.

Saniert werden muss das Rathaus - das haben der Gutachter „Assmann beraten und planen“, die Kommunalaufsicht, der EN-Kreis, das Gemeindeprüfungsamt und das NRW-Finanzministerium in seltener Einmütigkeit festgestellt. Über das Wie gibt es mehrere, aber grob gesagt zwei mögliche Szenarien.

Erstens: Immer dann sanieren, wenn irgendwo irgend etwas bröckelt, nur das Nötigste machen, alle externen Stellen wie das technische Rathaus in Annen weiter anmieten. Zweitens: Das Rathaus von Grund auf sanieren und modernisieren, die Nutzung verdichten, dort 150 weitere Arbeitsplätze schaffen, aus externen Mietverträgen so schnell wie möglich aussteigen und Außenstandorte bis auf kleine Ausnahmen zügig aufgeben. Was man nicht erwarten würde: Die zweite Variante erscheint als die günstigere.

Die gute Nachricht ist erst mal : Das Rathaus kann überhaupt saniert werden. „Die Standsicherheit des Gebäudes ist gewährleistet“, so der Kämmerer. Doch dann fangen die Probleme an. Kleinschmidt: „Dach, Fassade, Innenhöfe, Fenster und Außentüren haben hohen Sanierungsbedarf. Das Wasser fließt durch Eisenrohre, Teile der elektrischen Installation stammen noch aus der Bauphase der 20er Jahre. Der Brandschutz muss dringend nachgerüstet werden. Barrierefreiheit gibt es nur in einem Teil des Hauses, 16 Prozent der Arbeitsplätze entsprechen nicht den Arbeitsschutz-Richtlinien.“

Immerhin - ein böses Wort muss er nicht mit auf die Liste setzen: „Asbest gab es damals zum Glück noch nicht.“ Aber protzige Flure und Treppen haben sie in den Zwanzigern gebaut. 23,77 Prozent des Rathauses besteht aus Gängen und Fluchten. Und ein Teil ist noch an Geschäfte vermietet, denen man kündigen könnte. Dann könnten weitere 150 Arbeitsplätze entstehen, hat Assmann ausgerechnet. Kleinschmidt: „In Anbetracht des Personalabbaus würde das ausreichen.“

Kredit für die Sanierung: 14,2 Mio Euro

Alle Varianten stellt der Kämmerer in der nächsten Ratssitzung vor. In Zahlen sähe das so aus: Das Rathaus ist derzeit 4,88 Mio Euro wert. Variante 1: Man wirtschaftet weiter wie bisher und mietet externe Gebäude an. Kosten über 25 Jahre: Instandsetzung 12,5 Mio, Erneuerung 38,5 Mio, Mieten 33 Mio, macht zusammen 84 Mio. Das Rathaus ist dann allerdings baulich am Ende und nichts wert.

Variante 2: Sanieren, modernisieren, umbauen, fast alle externen Standorte aufgeben. Kosten über 25 Jahre: Instandsetzung 19 Mio, Erneuerung 46,4 Mio, Mieten 2,3 Mio. Macht zusammen 67,7 Mio. , es gibt noch einige Zuschüsse. Am Ende ist das Rathaus 10,1 Mio wert. Hinzugerechnet werden muss noch der Kredit für die Sanierung von 14,2 Mio. Die Differenz beträgt dennoch 2,5 Mio über 25 Jahre zugunsten der Komplett-Variante.

Untervarianten behandeln gemischte Modelle oder Privateinsteiger. Kleinschmidt: „Ob dies noch eine sinnvolle Ersparnis bringt, werden wir prüfen.“

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