Rat beschließt Zweizügigkeit der Adolf-Reichwein-Realschule

Vor einem Jahr, als die Würfel noch nicht gefallen war, protestierten Schüler, Lehrer und Eltern der Adolf-Reichwein-Realschule m Ratssaal gegen eine Zweizügigkeit ihrer Schule.
Vor einem Jahr, als die Würfel noch nicht gefallen war, protestierten Schüler, Lehrer und Eltern der Adolf-Reichwein-Realschule m Ratssaal gegen eine Zweizügigkeit ihrer Schule.
Foto: WAZ/FotoPool
Ohne Proteste wie vor einem Jahr hat der Rat eine Verringerung der Eingangsklassen an der Adolf-Reichwein-Realschule beschlossen. Kritik gab es aber.

Witten.  Vor einem Jahr hatten noch Lehrer, Schüler und Eltern im Ratssaal protestiert. Jetzt blieb alles ruhig und kein Plakat war zu sehen, als der Rat eine Verringerung der Eingangsklassen von drei auf zwei an der Adolf-Reichwein-Realschule beschloss.

Ein Zeichen der Zustimmung wollte Stefan Borggraefe von den Piraten darin nicht sehen. Es sei nicht richtig, dass die Schule mit der Zweizügigkeit glücklich wäre. Borggraefe sieht die Gefahr, dass sich dies langfristig auch auf die Zahl der Lehrer, Kurse oder Arbeitsgemeinschaften auswirkt. „Wenn man versucht, Kinder aus Bochum fernzuhalten, hat das auch Nachteile für die Bildung Wittener Kinder.“

Bochumer Kinder werden nicht mehr aufgenommen

Der bisher hohe Anteil von „Fremdschülern“ gerade aus Bochum und die damit verbundenen Kosten sind für Verwaltung und Ratsmehrheit ein Grund, der Reduzierung der Eingangsklassen von drei auf zwei zuzustimmen. Mit der Schule sei dies ausführlich besprochen worden, betonte Schuldezernent Frank Schweppe. Die Schule soll künftig vor allem für die Wittener Kinder da sein. Wie die Redner der Groko versicherte Schweppe, dass Bilingualität, also Zweisprachigkeit, weiterhin zum festen Angebot der Schule gehören werde.

Der Erste Beigeordnete trat Kritik etwa der Linkspartei entgegen, eine Reduzierung auf zwei Züge erschwere die Aufnahme von Flüchtlingskindern. Für sie werde doch gerade Platz geschaffen, wenn die Realschüler aus Bochum ihre eigenen Schulen besuchten, meinte er. Die Bezirksregierung habe der Stadt bescheinigt, die Reduzierung der drei Realschulen auf insgesamt sieben Züge sei der erste richtige Schritt.

„Elternwille war Grundlage der Diskussion“

Die CDU, die sich anfangs mit den Plänen schwergetan hatte, sieht nun ebenfalls alle Dinge geklärt. Der Elternwille sei Grundlage der Diskussionen gewesen, nämlich, die Realschulen in Witten zu erhalten. Scharf kritsierten SPD und Grüne die Forderungen der Linken nach drei Zügen oder sogar mehr für die Adolf-Reichwein-Realschule. Folge man diesem Antrag, „würde das bedeuten, dass der vierte und fünfte Zug vom Hausmeister im Sandkasten unterricht wird“, erklärten Birgit Legel-Wood für die Grünen. Man könne die Zügigkeit doch nicht unabhängig vom Baukörper beschließen, sagte SPD-Fraktionschef Thomas Richter. „Wir haben ein Gebäude und das füllen wir aus.“

 
 

EURE FAVORITEN