Rap von "Witten Untouchable" sorgt bundesweit für Aufsehen

Die Erfolgsformation: Rooq (v. li.), Kareem, Lakmann und Mess (vorne).
Die Erfolgsformation: Rooq (v. li.), Kareem, Lakmann und Mess (vorne).
Foto: Jacob Roschinski
Die Kulturstadt wird zur Rap-Metropole: Nach „Creutzfeld & Jakob“ erregt nun „Witten Untouchable“ das Aufsehen der Hip-Hop-Welt. Mit ihrem neuen Album erntet die Formation aus den Rappern Kareem, Mess und Lakmann positive Kritik. Produzent Marc Lensing („Rooq“) verrät im Interview das Erfolgsrezept.

Witten.. Witten ist nicht nur Kulturstadt oder Großstadt, sondern auch ... unantastbar? Jedenfalls wenn es nach den vier Jungs von „Witten Untouchable“ geht. Sie starten derzeit mit ihrer aktuellen Platte „It Was Witten“ durch und ernten Lob von allen Seiten. Doch was macht sie so besonders? Marc Lensing (33), oder auch Produzent „Rooq“ und eines der vier Mitglieder der Formation, verrät es im Interview.

Was habt ihr, was andere deutsche Rapper nicht haben?

Wir haben uns nicht nur auf ein Element beschränkt, sondern zeigen viele verschiedene. Außerdem haben wir unser Album zu einer sehr guten Zeit herausgebracht. Denn es gab zuletzt entweder nur „Gangster-/Straßen-Rap“ oder den harmlosen „Studenten-Rap“. Wir sind aber das Mittelding. Unser Sound ist ziemlich düster, aber wir sind nicht angewiesen auf krasse Beleidigungen. Wir machen einfach unser Ding, ohne dabei zu überspitzen. Unsere Texte sind nicht so plakativ, etwa über Ex-Freundinnen oder so. Bei den Zeilen muss man genau hinhören.

Wo liegt euer Bezug zu Witten?

Zum Einen kann man sehen, dass das Wittener Stadtwappen unser Album-Cover ziert. Ansonsten ist die Stadt in vielen unserer Titel erwähnt, doch ich würde eher sagen, wir haben einen Bezug zum Ruhrgebiet allgemein. Wir ticken hier ja alle ähnlich. Zwar wohnen wir alle vier in Witten, sind aber im kompletten Ruhrgebiet vernetzt.

Woher nimmst du als Produzent deine Ideen?

Na ja, das ist schwierig zu sagen. Es ist nicht so wie Fahrradfahren, dass man etwas einmal lernt und dann nicht mehr üben muss. Ich habe mir vorgenommen, pro Tag einen Beat zu machen. Man muss viel Zeit investieren und immer dran bleiben, sonst wird es schwierig.

Was war der beste Moment?

Als das Album fertig war! Ich habe sonst mit einem Rapper gearbeitet, das war mit der Kommunikation ziemlich einfach. Nun waren es drei Rapper, ein Produzent und ein Label. Bis jeder seine Meinung geäußert hat, dauert das schon mal. Das Album war dann nach etwa einem Jahr fertig.

Habt ihr mit dem Erfolg gerechnet?

Ich würde sagen, dass es tatsächlich ein Überraschungserfolg war. Es ist immer schwer abzuschätzen, ob man ein Album erschaffen hat, das man auch in den nächsten fünf Jahren noch hören kann. Aber ich denke, wir haben etwas Einzigartiges geschaffen, das man immer und immer wieder hören kann.

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