„Private Politessen“ schreiben auf

Britta Bingmann

Witten.  Falschparker werden in der Stadt aufgeschrieben. Aber es sind nicht nur Politessen, die zum Stift greifen. Auch Privatanzeigen kommen regelmäßig bei der Stadt Witten an.

Bei den Nachbarn in Dortmund sorgte die Nachricht dieser Tage für Aufregung: Laut Stadt erreichten das dortige Ordnungsamt allein in den letzten sechs Wochen 576 private Anzeigen auf elektronischem Wege, weitere kamen per Post dazu. Vor allem Radfahrer ärgerten sich über zugeparkte Wege, heißt es.

Und in Witten? „Diese privaten Anzeigen gibt es bei uns auch“, sagt Stadtsprecherin Lena Küçük. Allerdings: Konkrete Zahlen hat sie keine, die Stadt führt dazu keine Statistik. „Es mögen mal sieben in einer Woche sein und mal kommen gar keine.“ Einige der Beschwerdeführer seien in den Ämtern stadtbekannt: „Man kann schon sagen, dass es Leute gibt, die sich häufiger an uns wenden“, heißt es im Rathaus. Die Beschwerden hätten dann aber auch immer Hand und Fuß.

Beim weiteren Vorgehen sind sich Dortmund und Witten einig: „Damit wir einer Fremdanzeige nachgehen, muss es ein aussagekräftiges Foto geben und jemanden, der namentlich – also nicht anonym – anzeigt“, erläutert Küçük. Es gehe auch mit einem zweiten Zeugen. Was ist ein aussagekräftiges Foto? „Also kein Nacht-Bild. Man sollte mehr erkennen als nur das Nummernschild. Datum und Uhrzeit eingeblendet sind hilfreich; mindestens muss man es aber als Information mit angeben.“

Ist das erfüllt, wird der „Anhörungsbogen“ mit Verwarnung rausgeschickt; das bedeutet: Der Angeschriebene kann sich zu dem Vorwurf äußern. „Das Verfahren ist ja dasselbe, als hätte das Ordnungsamt den Verstoß festgestellt.“

Wer es sich einfach machen will, der kann die App „Wegeheld“ nutzen: Mit der können Falschparker auf einer Landkarte online eingetragen werden – ein Klick und die entsprechende Mail geht ans Amt. Auch Wittener scheinen sie bereits zu nutzen: Gestern waren einige Verstöße in der Stadt auf der Karte markiert.