„Plasteauto“ Trabant als Lebenseinstellung

Ein Jahr Trabifreunde Witten feierten die Clubmitglieder: Tobias Sievert (v. li.), Michael Urbanski, Jürgen Voß, Dennis Mürmann, Heiko Kaminski, Simon Urbanski, Karin Klasmann, Luisa Kaminski (auf der Haube) und Gracja Wypokol. Foto: Michael Korte / WAZ FotoPool
Ein Jahr Trabifreunde Witten feierten die Clubmitglieder: Tobias Sievert (v. li.), Michael Urbanski, Jürgen Voß, Dennis Mürmann, Heiko Kaminski, Simon Urbanski, Karin Klasmann, Luisa Kaminski (auf der Haube) und Gracja Wypokol. Foto: Michael Korte / WAZ FotoPool

Witten.. Er ist klein und bekannt als „Plasteauto“ - der Trabi. Na gut, eigentlich kennt man ihn aus der ehemaligen DDR. Aber selbst in der Ruhrstadt hat er viele Fans gefunden. Heiko Kaminski (35) von den Trabifreunden Witten kann sich die Stadt an der Ruhr ohne sein orangefarbenes Auto nicht vorstellen.

Zwei rostige, ausgeschlachtete Trabis stehen in der Garage, im Hof noch drei weitere fahrtüchtige Autos. Im tiefsten Annen, knapp an der Grenze zu Dortmund, hat sich die Interessengemeinschaft Trabifreunde Witten eine eigene Werkstatt errichtet. Natürlich nur für die kleinen, eigenen Trabanten. Hier wird geschraubt, geputzt, gewerkelt und das in jeder freien Minute. Heiko Kaminski wollte die Trabifreunde vor zehn Jahren ins Leben rufen, denn seine Leidenschaft sind die kleinen Autos schon seit langer Zeit. Damals sei es im Sande verlaufen, aufgrund mangelnden Interesses.

Nun gibt es die Gemeinschaft seit einem Jahr und hat 15 Mitglieder. Für den 35-Jährigen ist die Tüftelei an den Trabanten mehr als ein Hobby. „Es ist eine Lebenseinstellung“, meint er. Dass man diese Leidenschaft auch sehr gut in Witten ausleben kann, beweist der Familienvater gemeinsam mit den anderen Mitgliedern täglich. Denn insgesamt dürfen sechs Trabanten auf der Straße unterwegs sein. Unter anderem auch Heiko Kaminskis orangefarbener Trabi. Allerdings bleibt die Frage, wie lange noch. Denn Witten könnte im nächsten Jahr wie seine Nachbarstädte eine Umweltzone werden. „Dann dürfen alle Trabis, die jünger als 30 Jahre sind, nicht mehr gefahren werden“, erklärt Simon Urbanski (29), Mitbegründer der Trabifreunde. Sobald sie die 30-Jahres-Grenze überschritten haben, gelten sie als Oldtimer und haben uneingeschränkte Fahrtrechte. Heikos Trabi ist erst 22 Jahre alt, Baujahr ‘89.

Mit Michael Urbanski (55), von allen nur liebevoll Papa genannt, haben die Freunde jemanden, der ein scharfes Auge auf die Authentizität der Trabanten hat. Denn er kommt aus dem Osten und kennt die Autos von früher. „Man muss die Bande im Griff haben, damit alles läuft. Schließlich basteln wir hier nicht nur zum Spaß an den Wagen“, meint Papa Urbanski. Das große Ziel sind die „H“-Kennzeichen für alle Autos, dann hätten sie den Status eines Oldtimers.

Eine Nachfolgerin hat Heiko Kaminski schon in seiner Tochter Luisa gefunden. Die Kleine trägt schon stolz das T-Shirt der Trabifreunde. Von den Autos selbst versteht sie noch nicht viel. „Wenn wir damit fahren, macht das so großen Spaß“, meint Luisa mit ausgebreiteten Armen.

Der orangene Trabi ist Heikos Liebling. Zur Zeit bastelt er an einem Kombi, den er flott kriegen will. Die Ersatzteile bestellt er im Internet. Mittlerweile steigen die Preise, da Ersatzteile seltener werden. Der Trabi ist durch die „Ostalgie“ ein Muss unter Sammlern geworden. Für manchen bedeutet er einfach nur Heimat.

 
 

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