Paulus geht auf gefährliche Mission

Die verschiedenen Länder Europas wurden musikalisch vorgestellt.
Die verschiedenen Länder Europas wurden musikalisch vorgestellt.
Foto: Barbara Zabka
Etwa hundert Wittener Kinder singen, tanzen und spielen in einem Musicalüber das Leben des Apostels. Die Premiere im Saalbau war ausverkauft.

Der Saalbau ist brechend voll. An der Abendkasse müssen einige Leute darauf hoffen, dass doch noch Plätze unbesetzt bleiben. Sie alle sind hier, um ihre Kinder, Enkel oder Geschwister zu sehen, die mit dem Kinder-Musical „Paulus auf gefährlicher Mission“ am Freitagabend Premiere feierten. Die 6- bis 13-Jährigen setzen darin die wundersame Geschichte des Apostels sehr zeitgemäß in Tanz, Gesang und Spiel um.

Etwa hundert Kinder aus Witten und Umgebung haben für das Projekt der Creativen Kirche seit September in Workshops trainiert. Der Essener Autor Frank Kampmann hat das Musical über Paulus’ Leben – angelehnt an die Darstellungen in der Bibel – komponiert und geschrieben: Der Christen-hassende Saulus erblindet und wird von Jesus geheilt. Daraufhin nennt er sich „Paulus“, und wird zum Missionar der neuen Religion, wobei er viele Gefahren überstehen muss. Die Kinder setzen diese Abenteuer bunt in Szene; fetzige Choreinlagen wechseln sich mit schrägen Tanzeinlagen und Theaterszenen ab.

Gutes Händchen bei der Besetzung

Regisseurin Sylvia Mansel und Chorleiterin Miriam Schäfer zeigen dabei ein gutes Händchen für die Besetzung. Die jungen Solisten haben tolle Stimmen, wenn auch noch nicht jeder Ton sitzt, und auch die Darstellerrollen sind gut ausgewählt. Dies zeigt sich vor allem in den Szenen der Gefängnisratten: Die vier Nager spielen spritzig und mit viel Humor. Sehr schöne Kostüme runden die Handlung, die um ca. 100 nach Christus spielt, ab und stehen oft im unterhaltsamen Gegensatz zur modernen Sprache der Kinder.

Mit tosendem Applaus der Zuschauer endet die Erstaufführung. Im Foyer sitzt anschließend die kleine Tanja (5) und summt die Lieder des Musicals, während sie auf ihre Schwester, die mit im Chor gesungen hat, wartet: „Das war echt schön.“ Auch ihre Mutter ist begeistert: „Die Songs gingen ja wirklich ins Ohr. Ganz toll, was die Kinder da auf die Beine gestellt haben.“

Vorher eher skeptisch

Mit ihrem Urteil sind die beiden an diesem Abend nicht alleine. „Ich war ja vorher fast ein bisschen skeptisch, ob ein Projekt mit so vielen Darstellern funktionieren kann“, gibt ein älterer Zuschauer lächelnd zu, „aber ich wurde eines besseren belehrt. Die Kinder waren wirklich diszipliniert und haben die Geschichte des Paulus sehr unterhaltsam umgesetzt.“ Der Rentner hat gleich zwei Enkelkinder, die bei dem Musical mit Begeisterung mitgemacht haben.

 
 

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