Panagiotis Messelidis vereint Griechenland und Italien auf seiner Speisekarte

Familienbetrieb: Panagiotis Messelidis mit seiner Frau Bozena und Sohn Leonidas im Lokal „La Taverna“ in Bommern.  Foto: Walter Fischer / WAZ FotoPool
Familienbetrieb: Panagiotis Messelidis mit seiner Frau Bozena und Sohn Leonidas im Lokal „La Taverna“ in Bommern. Foto: Walter Fischer / WAZ FotoPool
Foto: Walter Fischer
Acht Jahre Pizza und Pasta, die kann man nicht einfach so abschütteln. Panagiotis Messelidis, der aus der Nähe von Thessaloniki kommt, kocht in Bommern italienisch und griechisch. Und die Mischung kommt an.

Witten.. Ehefrau Bozena (37) schält die Tomaten, er lässt den Teig fliegen. Eine Gruppe von Schülern stürmt zur Mittagszeit herein und verlangt - ja was denn sonst - Pizza! Auf der Speisekarte sind Margherita und Suflaki, Lasagne und Tzatziki, Sparta-Teller und Spaghetti friedlich vereint. Das Meer mag zwischen ihnen liegen, in der Küche haben Griechen und Italiener mindestens eine Gemeinsamkeit: Sie kochen mit Olivenöl. Und die fleischreiche griechische Küche, findet der 43-Jährige, lässt sich gut mit Pizza und Nudeln kombinieren.

Schwierige Zeiten für die Gastronomie in Deutschland

Das Lokal an der Elberfelder Straße haben sie erst vor drei Monaten übernommen, acht Jahre bestimmte dort die italienische Küche das gastronomische Geschehen. Der Name „La Taverna“ ist geblieben. „Taverna gibt’s ja so auch auf Griechisch“, sagt Panagiotis. Auf dem Regal thront der Rotwein aus Patras neben dem Lambrusco in großen Flaschen. Hinter dem Tresen sprechen sie griechisch, aus den Lautsprechern fließen wehmütige Klänge aus Hellas. Die Krise in der Heimat ist einerseits zwar weit weg. Andererseits: Auch in Deutschland, wo Panagiotis seit 25 Jahren lebt, ist nicht alles einfach. Die Gastronomie erlebe schwierige Zeiten, meint der Vater von drei Jungen, der seit zwölf Jahren in Witten lebt und mit seinem Bruder bisher im Restaurant „Athos“ an der Ardeystraße/Ecke Dortmunder Straße gearbeitet hat.

Als die Taverne in Bommern zu haben war, griff Panagiotis zu, denn in dem Stadtteil gebe es nur einen griechischen Imbiss. Sein neues Lokal nennt er „Schnellrestaurant“, es habe keine so große Speisekarte. Nun ja, 99 Gerichte zählt der erstaunte Gast. Spezialitäten?

Die griechische Sonne fehlt

Dazu zählt, um einmal im griechischen Landesteil zu bleiben, neben den Klassikern Gyros und Suflaki, die die Deutschen immer noch besonders gern verlangten, Bifteki, ein Hackfleischgericht, auch gefüllt mit Feta-Käse, oder das Pfännchen mit frischen Champignons in Weißweinsauce.

Natürlich gibt’s auch den griechischen Bauernsalat mit Tomaten, Gurken und Schafskäse. Die Zutaten sind, na klar, frisch, können es aber nicht immer mit den in Griechenland unter viel Sonne gereiften fantastisch schmeckenden Tomaten aufnehmen, eben weil die in Bommern nicht jederzeit verfügbar sind. Das ist aber kein Problem in „La Taverna“, weil die meisten Gäste nach Gyros, Pizza oder Pasta fragen.

„Ella“, komm, sagt Panagiotis, während er vor dem großen Ofen auf die nächste Pizza wartet. Bozena, seine polnische Frau, mit dem vierten Jungen im achten Monat schwanger ist, schneidet derweil die fertigen Pizzen in Stücke. Ihre Kinder wachsen dreisprachig auf. Internationale Küche aus Witten.

 
 

EURE FAVORITEN