Paintball-Verein in Witten-Heven hat viel Zulauf

Gut geschützt sind die Spieler während des Matches.
Gut geschützt sind die Spieler während des Matches.
Foto: Nitsche
Beim Paintball müssen sich zwei Teams auf dem Weg zum Ziel vor Farbbällen schützen. Wer getroffen wird, ist raus. Auch in Witten ist die Sportart angekommen und findet immer mehr Anklang. Doch die Spieler müssen sich noch immer viel Kritik anhören, wenngleich es sich um einen Teamsport handelt.

Witten.. „Go!“ Der Startschuss ist gefallen. Aber noch traut sich keiner aus seinem Versteck. Erst einmal lauern die beiden fünfköpfigen Teams hinter hölzernen Hindernissen. Doch dann traut sich der erste aus seinem Schutz – und schon fliegen hunderte kleine Farbbälle durch die Luft und hinterlassen bunte Kleckse auf dem Spielfeld; einer trifft den Mutigen auf der Schutzweste und zerplatzt. „Raus“, ruft einer von fünf Schiedsrichtern. Nach drei Minuten ist das erste Spiel um: Team Blau hat das hellblaue Fähnchen zur eigenen „Base“ gebracht und gewonnen. Und fast alle Spieler sind orange, grün oder gelb bekleckert.

Schon seit über einem Jahr kommen Mitglieder und Interessierte aus der Gegend, um in Heven Paintball zu spielen; die Sportart mit dem weltweit größten Zuwachs. „Noch ist es in Deutschland nicht offiziell als Sport anerkannt“, bedauert Vereinsgründer Uwe Renner. Er hat 2012 gemeinsam mit Angela Koch den Entschluss gefasst, die Freizeitbeschäftigung nach Witten zu bringen. „Wir mussten sonst immer 100 Kilometer bis nach Lippstadt fahren“, begründet Koch die Idee. Im April 2013 war nach viel Zeit, Schweiß und „einem fünfstelligen Betrag“, wie Koch sagt, der eigene Platz fertig. Zwar gibt es im Ruhrgebiet Indoor-Paintball, „Es geht jedoch nichts über den Spaß an der frischen Luft“, findet Renner.

Stärke, Gelatine und Lebensmittelfarbe

Die Teams sind zurück auf dem etwa 2000 Quadratmeter großen Außengelände und fühlen sich immer sicherer. „Jetzt ist das Abenteuer-Feld angesagt“, finden die Jungs und Mädels und betreten das hintere Spielfeld. Hier ist es sehr unübersichtlich. Sträucher und Büsche erschweren es, das gegnerische Team zu entdecken. Das Spielgerät, der „Markierer“, der an eine Wasserpistole erinnert, wird wieder mit kaugummigroßen Bällen aufgefüllt. Sie bestehen – ganz ungefährlich – aus Wasser, Lebensmittelfarbe, Stärke und einer Gelatine-Hülle.

Jeden Samstag kommen Vereinsmitglieder, die trainieren wollen, und Interessierte, die einfach nur schnuppern wollen. „Und sie gehen immer mit einem Grinsen nach Hause“, so Uwe Renner. Der Paintball-Sportverein auf dem Gelände des benachbarten Schützenvereins hat mittlerweile 37 Mitglieder. Sie trainieren immer dienstags. Die meisten sind auch als „Referee“, also Schiedsrichter, tätig und achten darauf, dass alle Spielregeln eingehalten werden, „Fairness ist nach der Sicherheit das oberste Gebot“, sagt Renner. Daher können interessierte Mitglieder auch zum „Ref“ ausgebildet werden.

„Kein Kriegsspiel“

Ein weiterer Punkt, der dem 48-Jährigen auf dem Herzen liegt: „Paintball ist ein Taktik- und Teamspiel und hat nichts mit sinnlosem Rumgeballer oder Kriegsspiel zu tun“, betont er. „Wir befolgen strenge Regeln, und wollen einfach nur Spaß haben. Und wer einmal den Muskelkater am nächsten Tag spürt, der weiß, dass es eindeutig ein Sport ist.“

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