Opel-Aus könnte 15 Arbeitsplätze bei Autozulieferer Pelzer kosten

Betriebsratsvorsitzender Peter Krawczyk (60)ist zuständig für 90 Mitarbeiter. Archivfoto: Liesenhoff
Betriebsratsvorsitzender Peter Krawczyk (60)ist zuständig für 90 Mitarbeiter. Archivfoto: Liesenhoff
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Witten.. Beim Automobilzulieferer HP Pelzer schaut man mit Sorge nach Bochum. Das möglicherweise vor dem Aus stehende Opel-Werk ist ein wichtiger Kunde des Traditionsunternehmens. Isoliermaterial aus Witten wird im „Zafira“ verarbeitet.

„Wenn die Bänder in Bochum still stehen, könnte das zum Problem werden“, sagt der Betriebsratsvorsitzende Peter Krawczyk (60). Auf dem Spiel stünden 15 Arbeitsplätze. Erst Anfang des Jahres war ein lukrativer Auftrag für das Wittener Pelzer-Werk ins Haus geflattert: Für das neue Zafira-Modell sollte man Stirnwandisolierungen herstellen. Es handelt sich dabei um Dämmmaterial, das zwischen Motorraum und Innenraum für Ruhe sorgen soll. Doch Opel-Aufträge waren in den letzten Jahren nie sichere Aufträge, wusste auch Betriebsratschef Krawczyk. „Wir haben schon oft nach Bochum geschaut. Das Werk steht ja nicht das erste Mal auf der Kippe.“ Diesmal scheint ein Aus wahrscheinlicher denn je. Und das könnte Folgen für HP Pelzer haben.

Während die Wittener Autozulieferer ISE Automotive und die PWZ GmbH (ehemals Galladé) keine Produkte an Opel liefern, laufen bei Pelzer täglich 600 bis 700 Stirnwandisolierungen vom Band, je nachdem wie viele aus Bochum angefordert werden. Vier Arbeiter sind pro Schicht für die Teile zuständig – formen, bekleben, stanzen. Montags bis freitags. Ihr Problem: Die Teile werden nur im Bochumer Zafira eingebaut.

„Wenn das Auto nicht mehr in Bochum, sondern in Rüsselsheim gebaut werden sollte, könnte der Auftrag für das Wittener Werk weg sein“, fürchtet Peter Krawczyk, der als Betriebsratschef in Witten insgesamt 90 Mitarbeiter vertritt. „Da hängen zehn bis 15 Arbeitsplätze dran.“ Ganz verlieren würde die Firma den Kunden Opel wegen bestehender Verträge aber nicht. „Möglicherweise baut die Teile ein anderes Pelzer-Werk.“ Dafür könne der Standort Saarwellingen im Saarland in Frage kommen.

Im Gegensatz zum Betriebsrat bleibt die Unternehmensführung trotz des drohenden Auftragsverluste gelassen. „Wir sind nicht von Bochum abhängig“, so Pelzer-Sprecher Bruno Seifert. Die Zeiten, in denen man am Tropf des Opel-Werks hing, seien vorbei. Wichtige Lieferungen von Abdichtungen und Motorabdeckungen gingen mittlerweile auch an VW und Mercedes. „In der Fahrzeugakustik sind wir gut aufgestellt.“

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