Onlineplattform Pflegix vermittelt fürsorgliche Helfer

Gründeten eine GmbH (von li.): die Dortmunder Informatik-Studenten Patrick Schramowski und Andreas Helget, sowie EZW-Geschäftsführer Tim Kahrmann.Foto: Thomas Nitsche - Funke Foto Services
Gründeten eine GmbH (von li.): die Dortmunder Informatik-Studenten Patrick Schramowski und Andreas Helget, sowie EZW-Geschäftsführer Tim Kahrmann.Foto: Thomas Nitsche - Funke Foto Services
Foto: Funke Foto Services
  • Tim Kahrmann hat zusammen mit zwei Informatik-Studenten die Onlineplattform Pflegix gegründet
  • Hier finden Menschen, die Hilfe benötigen, Pflegekräfte, Alltagsbegleiter, aber auch Haushaltshilfen
  • Die Plattform, die gerade gestartet ist, will künftig deutschlandweit Hilfesuchende und Helfer zusammenbringen

Witten..  Das Entrepreneurship Zentrum Witten (EZW) steht an der Uni Studenten und Hochschul-Mitarbeitern mit Rat und Tat zur Seite, die sich mit einer guten Idee selbstständig machen möchten. Jetzt hat EZW-Geschäftsführer Tim Kahrmann gemeinsam mit zwei Dortmunder Informatik-Studenten sein eigenes Start-up-Unternehmen gegründet: Pflegix. Das Onlineportal ist gedacht für Menschen, die Pflege, Betreuung oder andere Unterstützung benötigen, um ihren Alltag bewältigen zu können. Durch den „Onlinemarktplatz“ sollen sich Helfer und Hilfesuchende finden.

Kahrmann, 34 Jahre jung, hat „International Business“ in den Niederlanden, Frankreich und der Schweiz studiert. Der gebürtige Iserlohner hat in der Marketingabteilung einer Privatbank in Zürich gearbeitet, später bei einem mittelständischen Pumpenbauer, bevor er nach Witten kam. Was hat ihn auf die Pflegix-Idee gebracht? „Meine Mutter hatte einen leichten Schlaganfall“, erzählt Kahrmann. In einer solchen Situation mache man sich Gedanken über die Themen Pflege und Betreuung.

Für die Idee eines Onlinemarktplatzes konnte er die Dortmunder Informatik-Studenten Andreas Helget (26) und Patrick Schramowski (26) begeistern. Das Trio gründete im September eine GmbH, seit November ist Pflegix freigeschaltet. Über 3000 Helfer, so Kahrmann, seien bereits auf der Plattform registriert – darunter examinierte Pflegekräfte, Pflegehelfer, zertifizierte Seniorenbetreuer, aber auch Haushalts- und Putzhilfen. Diese stammen aus NRW-Städten – bislang überwiegend aus dem Ruhrgebiet – aus Hamburg und Frankfurt, sie helfen stunden-, tage- oder wochenweise, regelmäßig oder nur bei Bedarf.

Pflegekassen bezuschussen Hilfe

„Unser Ziel ist es natürlich, künftig bundesweit Helfer zu haben“, erklärt Kahrmann. Der betont, dass die „Kümmerer“ pflegende Angehörige entlasten könnten. Denn die Pflegekassen bezuschussten eine sogenannte Ersatzpflege (auch Verhinderungspflege genannt) für Pflegebedürftige mit bis zu maximal 2418 Euro jährlich – wenn Angehörige sie bereits mindestens ein halbes Jahr lang pflegen. Ein Hilfsangebot, das von Betroffenen viel zu selten genutzt werde, wie Kahrmann betont.

Die Helfer, die sich auf dem Portal Pflegix registrieren lassen und von diesem mit „Vertrauenspunkten“ bewertet werden, sind haftpflichtversichert und übernehmen in selbstständiger, gewerblicher Tätigkeit Aufgaben. Über die Plattform können die Leistungen nicht nur gebucht, sondern sollen in Zukunft dort auch dokumentiert, abgerechnet und bewertet werden können. Vor der Buchung haben die Familien die Möglichkeit, die Helfer bei einem persönlichen Treffen kennenzulernen.

Auch Pflegedienste können die Plattform nutzen

Die Anmeldung und Nutzung der Pflegix-Plattform ist für Familien kostenlos. Nur bei erfolgreicher Vermittlung eines Helfers sowie Folgeaufträgen wird den Familien, denen eine Kraft vermittelt wurde, eine Servicegebühr in Höhe von zehn Prozent des vereinbarten Stundensatzes berechnet. Was Tim Kahrmann wichtig ist: „Wir möchten Menschen zusammenbringen. Auch Pflegedienste können unsere Plattform nutzen.“

Weitere Informationen unter: www.pflegix.de

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