Ohne Auto zum Wittener Hohenstein - ein Abenteuer

Mit einem Wittener Mietbus reisten die Dortmunder Kindergartenkinder und ihre Erzieherinnen auf dem Hohenstein an..
Mit einem Wittener Mietbus reisten die Dortmunder Kindergartenkinder und ihre Erzieherinnen auf dem Hohenstein an..
Foto: Walter Fischer
Ein Linienbus hält dort nicht, zu Fuß ist’s für Kinder oder Ältere schwer. Bleiben Mietbus oder Anruf-Sammeltaxi. Auch das ist nicht unkompliziert.

Witten..  Was für eine Hitze! Abkühlung bieten da beispielsweise die Wälder des Hohensteins, eines der beliebtesten Wittener Ausflugsziele. Auch jede Menge Auswärtige tummeln sich dort. Nur: Wie kommt man hin, wenn man nicht gerade aufs Auto zugreifen kann?

Mit dem Bus? Fehlanzeige! Oben auf dem Hohenstein hält keiner mehr, seit sich der Linienträger Busverkehr Rheinland (BVR) vor mehr als zehn Jahren von diesem Haltepunkt verabschiedet hat. Und die Bogestra verweist auf ihre Linie 375. Die hält an der Lange Straße, die vom Kohlensiepen aus an den Hohenstein anbindet. Um aber dessen Attraktionen wie etwa die Wildgehege, Streichelzoo, Spielplatz und Liegewiesen am Bergerdenkmal zu erreichen, braucht es einige Zeit Fußmarsch quer durch den Wald mit durchaus beachtlichen Höhenunterschieden. Gerade für ältere Leute oder kleine Beine kann das ziemlich beschwerlich werden.

Gruppe mit 52 Personen reist an

„Wir haben deshalb einen Reisebus der Wittener Firma Müther gemietet, der uns in Dortmund abgeholt und hier rauf gebracht hat“, erzählt Nicole Wenzlaw, Erzieherin der Dorstfelder Einrichtung Evangelisches Familienzentrum Eliaskinder. 39 Kinder und 13 Mitarbeiterinnen besuchten am Freitag das Naherholungsgebiet, „weil wir viel Gutes vom Hohenstein gehört haben. Es ist tatsächlich idyllisch hier und die Kinder können sich auf den Wiesen und auf dem großen Spielplatz austoben und unter den uralten Bäumen ausruhen,“ schildert Mitarbeiterin Silke Obermann.

Auch den Grillplatz mietete die Gruppe an. Denn die Eltern der Kinder kamen nach der Arbeit hinzu, verbrachten noch eine gemeinsame Zeit und fuhren dann mit dem Nachwuchs zurück.

Straße fast nicht breit genug für Bus

„Es war megaschwer, hier raufzukommen“, gesteht allerdings Busfahrerin Heike Falk ein, die diese Tour erstmals absolvierte. „Die Straße ist vielleicht drei Meter breit, der Bus 2,55 – ohne Spiegel. Wenn einem dann noch ein Auto entgegenkommt, hat man ein echtes Problem.“

Bleibt als Alternative ein Anruf-Sammeltaxi (AST). Wenn man den Hinweis auf diese Transportform denn überhaupt findet. Ganz unscheinbar hängen ein Schild und ein Fahrplan an einer Laterne auf dem Hohenstein neben dem mittleren Parkplatz. Außerdem der Hinweis, die AST-Zentrale unter der Nummer 19 410 zu wählen. Und zwar bis spätestens eine halbe Stunde, bevor man abgeholt werden möchte. Die Sammeltaxen pendeln von etwa sechs bis 23 Uhr zwischen Bahnhof, Marien-Hospital, Rathaus, Saalbau und Hammerteich, Hohenstein, Wartbenberg bzw. Gedern. Aber nur über weitere Strecken, ein Sammeltaxi zum Beispiel für den Abschnitt vom Bahnhof zum Rathaus oder vom Hammerteich rauf zum Hohenstein zu ordern, geht nicht. Und sie fahren auch nur, wenn man sie tatsächlich anruft und nicht automatisch nach Fahrplan wie ein Linienbus.

Für eine große Kindergruppe wie jene aus Dorstfeld ist das AST-System jedoch keine Alternative: „In ein Sammeltaxi passen maximal vier Personen. Und wenn man mehrere davon gleichzeitig bekommt, hat man Glück gehabt, weil sie ja in der angefragten Zeit beispielsweise auch Krankenfahrten absolvieren“, heißt es aus der zuständigen Wittener Taxizentrale. Nicht zu vergessen, die notwendigen Sicherheitssitze für so viele kleine Fahrgäste.

Mit anderen Worten: Ohne Auto ist’s zum Hohenstein oder zurück vor allem eins – ein Abenteuer.

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