Österliches Bad in kalten Fluten

Foto: Walter Fischer / WAZ FotoPool
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Witten.. Trotz kühler Temperaturen waren die Wittener am Oster-Wochenende auf den Beinen. Einige gingen sogar in der Ruhr schwimmen. Andere wärmten sich am Osterfeuer auf oder schmiedeten ein heißes Eisen im Muttental.

Wie war das, schwimmen in der Ruhr? Bei einer Lufttemperatur von sieben Grad? Die Mitglieder der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) sind hart im Nehmen. Allerdings schützen die Neoprenanzüge und -schuhe auch gut vor dem kalten Wasser - zumindest für eine gewisse Zeit. Zum traditionellen Anschwimmen kamen um die 50 Mitglieder aus den vier Ortsvereinen an die Uferstraße nach Bommern.

Fast wie an einem tollen Sommertag springen drei Jungs und drei Mädchen mit Geschrei vom Steg ins kalte Wasser. Vom Ufer aus hört man sie laut fluchen: „Das ist wirklich beschissen kalt.“ Nicht lange quatschen, sondern schwimmen muss man nun, sonst kühlt der Körper schnell aus. Wenige Minuten dürfen die sechs im Wasser bleiben, dann müssen sie wieder herauskommen. DLRG-Bezirksleiter Uwe Günther (51): „Die Anzüge schützen nicht sehr lange. Wenn sie jetzt herauskommen, werden sie ihre Arme und Beine schon nicht mehr richtig spüren.“

Stefan Finkensiep (21) ist mit einer Prallschutzweste in die Ruhr gesprungen. Sie ist besonders gut in starken Strömungen geeignet, wenn man dort Personen retten muss. Dass er der Einzige ist, der mit kurzen Ärmeln in den Fluss hüpft, merkt Stefan nun. „Die Arme sind richtig kalt schon. Das Wasser ist heftig.“ Zum Aufwärmen gibt es hinterher eine heiße Dusche und viel Tee, Kakao und Kaffee.

Deutlich wärmer, allerdings auch nur in Nähe der Flammen, ging es bei den rund 20 Osterfeuern im Stadtgebiet zu. Wie schon in den Vorjahren sind es meist Vereine oder Feuerwehr-Gruppen, die die Brauchtumsfeiern organisiert haben und für den reibungslosen Ablauf sorgten.

Den Weg zum Osterfeuer an der Alte Straße in Bommern fanden auch in diesem Jahr wieder hunderte Besucher. Das traditionelle Anstecken des drei Meter hohen Haufens hat dort schon fast Volksfest-charakter. Während die Bommerholzer Feuerwehr bei ihrer eigenen Veranstaltung für Sicherheit und Ordnung sorgt, lassen es sich die Besucher mit Getränken, Waffeln und Würstchen gut gehen.

Auch Jessica Trimborn-Hölscher (24) und ihr Mann Sascha (29) sind gekommen, um in entspannter Atmosphäre die Nachbarn zu treffen. „Wir haben einen großen Garten und alles was wir in letzter Zeit abgeschnitten haben, haben wir hierher gebracht.“Bis Mitternacht dürfen sie zusehen, wie die Äste und Zweige in Flammen aufgehen.

Weitergefeiert werden durfte am Ostersonntag und -montag im Bethaus im Muttental. Mit Schmiedeaktionen, Stockbrot backen und Ostereier-Gestalten gab es dort für die ganze Familie eine Menge zu sehen und zu erleben. Dank des sonnigen Wetters herrschte dort besonders am Sonntag reger Andrang. Gerade das Schmieden kleiner Hufeisen war bei den Kleinen beliebt. Laura (10) will sich das unter Anleitung selbst geformte Eisenstück jetzt ins Kinderzimmer hängen. „Damit ich in diesem Jahr immer ganz viel Glück habe.“

 

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