Nützliches für das Leben im Alter

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Nicht nur Kaffee und Kuchen locken so manchen älteren Wittener vom Sofa hinaus in den Nieselregen. Auch Beratungsangebote oder Tanzaufführungen interessierten bei der gut besuchten neunten Seniorenmesse am Sonntag. Über 50 Aussteller zeigten ihre Angebote in und vor dem Rathaus. „Mit der Messe wollen wir informieren, aber auch die Menschen vernetzen“, sagt Wilfried Braun, Leiter des städtischen Seniorenbüros.

„Ich möchte mich über Demenz informieren“, erklärt Ellen Bohrmann ihr Kommen. Sie hörte sich den Vortrag von Detlef Rüsing an. „Rüsing ist eine Art Demenz-Papst in Deutschland“, lobt Braun den Wissenschaftler vom „Dialogzentrum Demenz“ der Universität Witten/Herdecke. Die 68-jährige Ellen Bohrmann ist ebenfalls vom Vortrag begeistert. „Ich hätte nur gerne noch etwas über frühzeitige Erkennungsmöglichkeiten erfahren“, sagt sie und macht sich auf die Suche nach einem passenden Gesprächspartner.

Auf der zweiten Etage im Rathaus – ausgerechnet neben dem großen Kuchenbüfett – wirbt der Stadtsportverband (STVV). „Gerade im Alter ist Sport wichtig, um fit und gesund zu bleiben“, erklärt Ines Großer (53) vom STVV. Viele Senioren wüssten gar nicht, was die Sportvereine in den einzelnen Stadtteilen alles so anbieten.

Tipps zum kostenlosen Busfahren für Gehbehinderte hat die Beratungsstelle des Kreises parat – mit dem Schwerbehindertenausweis könne man auch Steuervorteile bekommen, weiß Jürgen Zinn (59) vom EN-Kreis.

Vor dem Rathaus tanzen gerade zehn Frauen und Männer – allesamt Senioren. Sie drehen sich im Kreis und schwingen die Beine. In kleinen Tippelschritten bewegen sie sich über die Steine des Rathausplatzes – zu den Rhythmen des bekannten Popsongs „Chihuahua“ von DJ Bobo. Die Zuschauer schwingen mit und klatschen.

Gekommen sind – trotz des schlechten Wetters – an diesem Sonntag nicht nur Senioren, sondern auch deutlich jüngere Besucher. „Wir wollen auch die Generation 50plus erreichen und frühzeitig informieren“, sagt Wilfried Braun von der Stadt.

Am Stand des Forschungsinstituts Technologie und Behinderung (FTB) der Stiftung Volmarstein liegen Alltagshilfen aus: Ein Plastikrand, den man an den Tellerrand klemmt, damit das Essen nicht herunterfällt. Oder eine Schlüsselverlängerung mit Drehgriff, falls die Kraft nachlässt. „Manches davon gibt es auch im Sanitätshaus, anderes nur beim FTB in Volmarstein“, sagt Guido Rohde (49). Auch nicht mehr mobile Senioren können sich beraten lassen: Die Seniorenvertretung Witten bietet Fahrten zum FTB an. „Wir kommen auch zu den Leuten nach Hause – kostenlos“, sagt Berater Hans-Werner Geburek (54). „Schließlich ist jedes Bad und jede Treppe anders.“

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