NRW-Gesundheitsministerin zeigt Mängel in der Versorgung von Demenzkranken auf

NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens hält das Gesundheitssystem für krank. Bei ihrem Vortrag im Forschungs- und Entwicklungszentrum an der Uni Witten/ Herdecke bei einer Fachtagung zum Thema Demenz konnte sie aber keine konkreten Lösungen aufzeigen. Foto: Michael Korte / WAZ FotoPool
NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens hält das Gesundheitssystem für krank. Bei ihrem Vortrag im Forschungs- und Entwicklungszentrum an der Uni Witten/ Herdecke bei einer Fachtagung zum Thema Demenz konnte sie aber keine konkreten Lösungen aufzeigen. Foto: Michael Korte / WAZ FotoPool
NRW-Gesundheitsministern Barbara Steffens bemängelt den Mangel an Fachkräften in der Pflege. Dies sagte die Ministerin in ihrer Rede im Forschungs- und Entwicklungszentrum (FEZ).

Witten.. Fehlende Fachkräfte bemängelt NRW-Gesundheitsministern Barbara Steffens in ihrer Rede im Forschungs- und Entwicklungszentrum (FEZ). Dort trafen sich Vertreter von Pflegestationen und Krankenhäusern zu einer Fachtagung zum Thema Demenz und die Versorgung der Betroffenen.

Unter dem Motto „Blickwechsel Demenz. Regional“ hat der Paritätische Wohlfahrtsverband NRW drei Jahre lang ein Projekt geleitet, das sich mit der Frage beschäftigte, wie man die Versorgung von Demenzkranken verbessern kann. Die Ergebnisse wurden nun auf der Fachtagung vorgestellt. Der Schwerpunkt ist deutlich: Wenn man ältere Personen, die zudem noch an Demenz leiden, richtig versorgen möchte, benötigen die Krankenhäuser mehr Pflegepersonal. Ministerin Barbara Steffens stimmt dem zu und stellt zudem das wirtschaftliche Denken im Gesundheitssystem an den Pranger: „Es geht immer nur darum, Kosten zu sparen. Die Fürsorge rückt dabei in den Hintergrund. Das zeigt deutlich, dass unser Gesundheitssystem krank ist.“ Konkrete Lösungen für das Problem kann Steffens jedoch ebenfalls nicht vortragen. Sie setzt auf positive Beispiele wie im Gemeinschaftkrankenhaus Herdecke.

300 000 Demenzkranke in Nordrhein-Westfalen

Dort konnte eine Tagesbetreuung umgesetzt werden, die stationären Demenzkranken die Möglichkeit gibt, ihren Alltag normal zu gestalten. Dr. Susanne Angerhausen, Projektleiterin von „Blickwechsel Demenz. Regional“, erklärt: „Wenn die Kranken nur auf der Station in ihren Betten liegen, verlernen sie ihre Selbstständigkeit schneller, als wenn sie etwas erleben und andere Menschen treffen. Deswegen ist die Tagesbetreuung so gut.“

Nach Angaben von Ministerin Steffens gibt es zur Zeit um die 300 000 Demenzkranke in NRW. Sie betont, dass sich der Landtag nicht aus der Verantwortung stehlen werde. „Wenn wir es in NRW schaffen positive Zeichen zu setzen, könnte der Bund irgendwann eine gute Gesundheitsreform verabschieden. Bis dahin ist aber noch ein langer Weg.“

Das Fazit der Fachtagung im FEZ: Mehr Pflegepersonal ist nötig, um die steigende Zahl der Demenzkranken zu versorgen. Steffens: „Der Fachkräftemangel ist jetzt schon ein Problem und wird schlimmer werden. Und das wird auf dem Rücken der Schwächsten ausgetragen.“

 

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