Not-Kitagruppe in Wittener Kindergarten Christuskirche

Freuen sich auf die neuen Kinder (von li.): Ecrin, Lillet, Timo, Leni und Jayson, hier mit Kita-Leiterin Tanja Rudowski in der Turnhalle des Evangelischen Kindergartens Christuskirche Witten.
Freuen sich auf die neuen Kinder (von li.): Ecrin, Lillet, Timo, Leni und Jayson, hier mit Kita-Leiterin Tanja Rudowski in der Turnhalle des Evangelischen Kindergartens Christuskirche Witten.
Foto: WAZ
In Witten gibt es im neuen Kindergartenjahr zu wenig Plätze für Kitakinder. Der evangelische Kindergarten Christuskirche wird eine Not-Kitagruppe einrichten, die nach der Sommerpause von 20 Jungen und Mädchen besucht wird. Dafür räumt die Kita ihre Turnhalle, die in den Keller der Einrichtung verlegt wird.

572 Mädchen und Jungen in Witten, die unter drei Jahre alt sind, besuchen derzeit eine Kita. 150 weitere U3-Kinder werden von Tagesmüttern betreut. Die Herausforderung im neuen Kindergarten-Jahr, das am 1. August beginnt, für Kitas und Tagesmütter: 101 neue unter Dreijährige werden hinzukommen. „Für 30 Kinder, unter und über drei Jahre alt, haben wir noch gar keine Betreuung gefunden“, so Jugendamtsleiterin Jutta Schmidt. Im Evangelischen Kindergarten Christuskirche wird es ab dem 20. August – nach der Sommerpause – eine Notgruppe für 20 Zwei- bis Sechsjährige geben. Die Kita räumt für die Neuzugänge ihre Turnhalle.

65 Kinder betreut der evangelische Kindergarten an der Sandstraße derzeit, um die sich zehn Erzieherinnen kümmern. „Durch die Notgruppe, die für ein Jahr angelegt ist, werden wir noch zwei zusätzliche Erzieherinnen bekommen“, sagt Leiterin Tanja Rudowski. Die 20 neuen Kinder stammen aus dem ganzen Stadtgebiet.

Rudowski erzählt, dass heute viele Mütter und Väter nach der Elternzeit Betreuungsplätze schon für ihre Zweijährigen suchten. „Denn die meisten unserer Eltern müssen zu zweit Geld verdienen. Und immer weniger Familien haben – wie das früher der Fall war – Tanten oder Omas, die sich dann ums Kind kümmern. Die arbeiten heute meist selbst.“ Außerdem hätten die Eltern seit dem 1. August vergangenen Jahres natürlich auch einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für ein- und zweijährige Kinder. „Vorher galt dies ja nur für Kinder ab dem dritten Lebensjahr.“

„Ich mähe hier den Rasen“

Tanja Rudowski freut sich auf ihre 20 Neuzugänge, wie die 41-Jährige betont. „Wir helfen der Stadt. Aber es wird für uns natürlich auch spannend, wenn wir hier nicht mehr 65, sondern 85 Kinder haben.“ Die Turnhalle, die für die vierte, neue Kita-Gruppe benötigt wird, werde nicht aufgegeben. „Wir gehen damit in einen Kellerraum, der von der Gemeinde bislang als Jugendraum genutzt wird, die verzichtet darauf für ein Jahr.“

Mit rund 21 000 Euro veranschlagt Jugendamtsleiterin Schmidt die Kosten für die Einrichtung der Notgruppe in der Kita, Geld, das die Stadt übernehmen wird. Schmidt betont, dass es in Witten mittlerweile für jedes dritte Kind unter drei einen Platz in einer Kita oder bei einer Tagesmutter gebe. „Dennoch haben wir zu wenig Plätze.“

Die Jugendamtsleiterin weiß von Müttern, die weinten, als sie eine Absage für eine Betreuung erhielten. „Es gibt sogar welche, die einen Platz für ein U3-Kind suchen und der gewünschten Kita Angebote machen wie etwa: ,Ich komme auch vorbei und mähe hier regelmäßig den Rasen.’ Jutta Schmidt rät allen Eltern, die noch auf der Suche sind, sich auf jeden Fall an das Wittener Jugendamt zu wenden. „Wir versuchen dann, noch einen Platz zu finden.“

70 Tagesmütter und zwei Tagesväter

In Witten kümmern sich – zusätzlich zu den Kitas – derzeit 70 Tagesmütter und zwei Tagesväter um Mädchen und Jungen, die noch nicht zur Schule gehen. Hinzu kommen 13 Tagespfleger, die nicht in Witten, sondern in anderen Städten des Ennepe-Ruhr-Kreises oder etwa in Bochum oder Dortmund leben.

Vermittelt werden qualifizierte und überprüfte Tagesmütter und -väter in Witten durch die Awo-Servicestelle „Kindertagespflege“ im Erdgeschoss des Rathauses an der Hauptstraße 13.

Diese ist auch Anlauf- und Beratungsstelle für Menschen, die gerne in der Tagespflege mit Kindern arbeiten möchten. Lisa Flörckemeier von der Servicestelle: „Die Arbeiterwohlfahrt und die Volkshochschule bieten Kurse zur Qualifizierung an.“Die Awo-Servicestelle „Kindertagespflege“ erreicht man unter Tel: 02302/956 2070 oder -71/-72. Per Mail: servicestelle@awo-en.de. Und im Netz: www.awo-en.de/kitas/service/index.htm

 
 

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