Noch immer fehlt ein Briefkasten in Rüdinghausen

„Es ist erschreckend, wie die Deutsche Post AG mit ihren Kunden umgeht“, hat SPD-Ratsmitglied Robert Beckmann nach fast einem halben Jahr Wartezeit ernüchtert festgestellt. Bereits am 16. Dezember letzten Jahres hatte der Rüdinghauser Ratsherr das Unternehmen erstmals angeschrieben. Er hatte im Namen vieler Menschen aus dem Ortsteil angeregt, wieder einen Briefkasten in zentraler Lage anzubringen. Nach der Kioskschließung an der Kreisstraße war auch die Möglichkeit zum Briefeinwurf abgebaut worden.

Am 11. Januar legte der Sozialdemokrat nach und ließ der Deutschen Post zur Prüfung sogar drei mögliche neue Standorte mit den erforderlichen Kontaktdaten zukommen. Robert Beckmann hatte zu diesem Zweck mit Grundstückseigentümern Gespräche geführt. Als die Post auch am 17. Februar noch nicht auf die Vorschläge reagiert hatte, schrieb Beckmann sie erneut an. Diesmal erhielt er Antwort: „Es wurde mir eine Anliegennummer mitgeteilt und bestätigt, dass meine Anregungen an die Zuständigen weitergeleitet worden seien.“ Und außerdem bat man um Geduld. Die hatte Beckmann. Er wartete bis April, um dann erneut bei der Post nachzuhören. Diesmal telefonisch.

Ein Anliegen verschwindet

Da die Post weder schriftlich noch bei vorausgegangenen Anrufen jemals einen konkreten Ansprechpartner benennen wollte, landete der Anruf bei der Hotline. Immerhin hatte Beckmann eine Anliegennummer: „Die fand man dort im Computer-System allerdings gar nicht“, wundert sich der Ratsherr. Nach längerer Suche tauchten Kopien der Briefe aus Rüdinghausen auf. Beckmann erfuhr am Ende nur, es gebe noch nichts Neues. Einen Monat später rief die SPD-Fraktion erneut die Hotline an: Diesmal fand die Post-Mitarbeiterin überhaupt nichts mehr im Computersystem.

Inzwischen hat sich herausgestellt, dass die Post sich fast fünf Monate nach Eingang der Kontaktdaten mit keinem der genannten Grundstückseigentümer in Verbindung gesetzt hat, die bereit wären, einen neuen Briefkasten in Rüdinghausen aufzustellen. „Unter diesen Voraussetzungen ist es schwierig, Verbesserungen anzuschieben“, bilanziert Robert Beckmann. Wenn die Post keinen Briefkasten-Standort mehr einrichten möchte, dann solle sie das den Bürgern besser ehrlich sagen. Ganz hat er die Hoffnung nicht aufgegeben: „Eine Antwort ist die Deutsche Post AG mir und den Rüdinghausern schuldig.“