Noch ein Bürgermeisterkandidat für Witten

Hat das Rathaus im Blick: Walter Budziak. Der 62-jährige Noch-Bochumer will in Witten Bürgermeister werden.Foto: Thomas Nitsche - Funke Digital Services
Hat das Rathaus im Blick: Walter Budziak. Der 62-jährige Noch-Bochumer will in Witten Bürgermeister werden.Foto: Thomas Nitsche - Funke Digital Services
Walter Budziak (62) möchte Bürgermeister in Witten werden. Der Journalist, der noch in Bochum lebt, ist parteilos und hält dies für seine Stärke.

Er ist parteilos, wohnt (noch) in Bochum und möchte – wenn er die notwendigen Unterschriften von 360 Unterstützern zusammenbekommt – als weiterer Kandidat bei der Bürgermeisterwahl im September ins Rennen gehen: Walter Budziak, Journalist. Mit dem Namen des 62-Jährigen können in Witten bislang nur alte Freunde und ehemalige Mitschüler des Ruhr-Gymnasiums etwas anfangen.

Der Kandidat in spe stellt sich der Presse bei einer Tasse Kaffee im Wiesenviertel vor. Zwar sei er gebürtiger Siegerländer, aber als Jugendlicher mit den Eltern nach Witten gekommen. „Mein Vater war Ingenieur bei den Edelstahlwerken.“ Walter Budziak blieb auch nach dem Abi in der Stadt. „Ich habe Geschichte und Germanistik in Bochum studiert.“

Mit dem Magister-Abschluss in der Tasche gründete er in Witten einen Buchverlag, gab ein Jahr lang das Stadtmagazin „Witten drin“ heraus. 1993 zog es ihn nach Osnabrück. „Dort habe ich noch eine Ausbildung als Infografiker gemacht.“ Die Frankfurter Börsen-Zeitung stellte ihn ein, von 2003 bis 2012 war er als Grafiker bei der Frankfurter Rundschau beschäftigt, „bis zu deren Insolvenz“.

Sein Konzept für das Amt passt auf ein DIN-A4-Blatt

Heute arbeitet Budziak, der nicht verheiratet und Vater einer 24-jährigen Tochter ist, als Dozent an der Volkshochschule Bochum. Im Herbst möchte er in seine alte Heimatstadt Witten umziehen.

Erfahrungen mit einer städtischen Verwaltung, deren Chef er ja als Bürgermeister wäre, hat der Mann nicht. Und sieht darin auch seine Stärke: „Ich war nie in einer Partei, komme von außen, muss auf keine Eitelkeiten, keine Machtspiele, Rücksicht nehmen, habe keine Schere im Kopf.“ Diese Dinge, so meint er, bestimmten und lähmten heute die städtische Politik. „Da geht es doch meist gar nicht mehr um die Sache.“

Budziak glaubt, dass er mit dieser Einschätzung nicht alleine ist. „Ich denke, dass es auch SPD- und CDU-Ratsmitglieder gibt, die mit der Politik der Großen Koalition im Rathaus nicht zufrieden sind.“ Nach seiner Einschätzung wollten auch viele Wittener „nicht länger hinnehmen, von Stadträtinnen und Stadträten bestimmt zu werden, die ihre Fahne in jeden Wind hängen, die sich gegenseitig behacken“.

Sein Konzept für den Bürgermeisterposten hat er auf einem DIN-A4-Blatt zusammengestellt. „Die Abgabenlasten müssten gesenkt werden, etwa die Grundsteuer B. Außerdem sollte man, angesichts der Schuldenlage, eine Kommunal-Anleihe auflegen.“

Die Stadt muss für Familien, Fachkräfte und Senioren attraktiv sein

Er will den Bürgern mehr Gehör verschaffen, „indem man zu bestimmten Themen Bürgerkonferenzen organisiert“. Auch die Gründung einer Gesellschaft von Wittener Leistungsträgern hält der Newcomer für sinnvoll. „Menschen aus Unternehmen, aus den Kirchen etwa, auch Privatleute, die sich für die Stadt engagieren wollen, könnten da zusammenkommen.“ Auf jeden Fall müsse die Stadt für Familien, Fachkräfte und Senioren attraktiv sein.

Walter Budziak ist nicht der Erste, der als parteiloser Kandidat in die Bürgermeisterwahl gehen möchte. „Das hat Klaus Riepe 1999 auch schon gemacht“, sagt Michael Muhr, Wahl-Organisator der Stadt. 2004 hätte es mehrere Bewerber von kleineren Parteien gegeben. „Die mussten für ihre Kandidatur – wie jetzt auch Walter Budziak – Unterschriften von Unterstützern vorlegen.“

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