Nichts für Dünnhäutige

Foto: WAZ FotoPool / Olaf Ziegler

Witten.. Schwerverletzte, Verbrennungsopfer und ein Motorradfahrer mit Schädelbasisbruch – bei solchen Verletzungen muss das Deutsche Rote Kreuz (DRK) sofort wissen, was zu tun ist. Damit die reibungslose Erstversorgung am Unfallort gewährleistet ist, übten 14 angehenden ehrenamtlichen Rettungskräfte am Samstag beim Kreisverband an der Annenstraße den Ernstfall.

Ein Motorradfahrer hat in einem riskanten Überholmanöver einen Bus gerammt. Diese Unfallmeldung erreicht die Sanitätsanwärter des DRK per Funk. Unterstützt werden sie von erfahrenen Rettungskräften, die solche Notlagen schon in der Realität erlebt haben. Dann muss alles ganz schnell gehen. Wer ist noch ansprechbar? In welches Krankenhaus müssen die Verletzten gebracht werden? Diese Fragen müssen die Ersthelfer am Unfallort beantworten können. Dabei helfen ihnen so genannte Kategorisierungskarten, die den Patienten umgehangen werden. So kann jeder sofort sehen, ob dem Verletzten noch zu helfen ist oder ob er schon versorgt wurde.

Carolin Palm (18) spielt bei der Übung, an der insgesamt 25 Sanitäter teilnehmen, ein Opfer mit schweren Verbrennungen. Dank Kunstblut, Gelatine und Wasser könnte man die Wunden für echt halten. „So soll es auch aussehen. Wir bleiben so lange in unserer Rolle, bis wir versorgt sind“, meint Carolin. Sie legt sich auf eine Decke, um auf ihren Rettungstrupp zu warten.

Neben der Erstversorgung geht es auch um die Zusammenarbeit zwischen dem Suchdienst des DRK und den Sanitätern sowie der Personenauskunftsstelle vor Ort. „Wenn Angehörige zum Unfallort kommen oder ihre Verwandten suchen, müssen wir helfen können. Deswegen ist es wichtig, dass die Kommunikation zwischen den einzelnen Diensten des DRK immer aufrecht erhalten bleibt“, erklärt Sascha-Rolf Lüder vom DRK-Landesverband Westfalen-Lippe.

Carolin Palm wird von den Sanitätern auf eine Trage gehoben. Um sie nicht weiter zu verletzen, hebt man sie mit einer Schaufeltrage hoch, die man auseinander nehmen kann. Sanitäter Christoph Wittemeier (25) gibt den Kräften vor Ort Anweisungen. Bei einem richtigen Unfall wird auch der Umgangston dann schon einmal rauer.

„Seid nicht so zimperlich mit der Schaufeltrage, die Verletzte bekommt davon im Moment nichts mit. Und das wird sie auch die nächsten drei Wochen nicht, so schlimm sind ihre Verbrennungen“, weist er die Helfer an. Für seine harten Worte hat er eine Erklärung: „Wenn man bei einem Unfall alles an sich heranlassen würde, könnte man den Job nicht machen. Deswegen gehört ein wenig Zynismus dazu.“

Nachdem alle 20 Verletzten mit den nötigen Medikamenten versorgt worden sind, ist die Übung beendet. Bis zur nächsten Probe – schließlich müssen die Kräfte immer für den Ernstfall gewappnet sein.

 
 

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