Neues Leben für alte Mitte

Der Marktplatz in Annen soll umgestaltet, die wenig zweckmäßigen Leuchten sollen ersetzt werden.. Foto: Monika Kirsch
Der Marktplatz in Annen soll umgestaltet, die wenig zweckmäßigen Leuchten sollen ersetzt werden.. Foto: Monika Kirsch
Foto: WAZ FotoPool

Witten.. Unser Stadtteil soll schöner werden - dafür nehmen jetzt die Gemeinschaft Annener Gewerbetreibender (GAG) und der Verein Immobilien-Standortgemeinschaft (ISG) die Initiative in die Hand. Die Bebelstraße soll durch eine Mega-Party wiederbelebt, der Rheinische Esel optimiert, der Annener Marktplatz umgestaltet, gereinigt und durch eine bessere Beleuchtung attraktiver gemacht werden.

Rheinischer Esel: Die Radstrecke auf der ehemaligen Bahntrasse führt nun fast durchgängig von Dortmund über Witten nach Bochum, kreuzt dabei auch die Herdecker Straße, und - schwupp! - ist man an Annens Zentrum vorbeigeradelt, ohne es großartig wahrgenommen zu haben. Dabei verpasst man unter anderem zwei Eisdielen, ein Geschäft mit preisgünstigem frischem Obst und demnächst vielleicht noch mehr Außengastronomie als bisher an den Eiscafés.

Die Lösung, so Peter Nehm von der ISG: „Eine Abfahrt-Möglichkeit für Fahrräder an der Brücke über die Bebelstraße schaffen, Hinweisschilder auf die Annener Mitte und die Eisdielen aufstellen. Wir hoffen, dass manche Leute dort abfahren, sich ein Eis holen und Annens Mitte kennenlernen - und vielleicht auch einmal zum Einkaufen wiederkommen.“

Bebelstraße: Bis dahin aber muss noch einiges passieren, denn die Bebelstraße ist zwar nicht tot, aber zumindest am Scheintod scheint angesichts der vielen Leerstände und gelegentlich überfallenen Spielcasinos nicht viel zu fehlen. Ein Zustand, den die GAG ändern will. Und zwar zügig: Startschuss ist am 26. August. Gleich am ersten Sonntag nach den Sommerferien heißt es dort „Bebelstraße goes Party“.

Denn die Annener Fußgängerzone soll in eine Party-Meile verwandelt werden. „Durch das Event soll eine ,Initialzündung’ für die Aufwertung der Bebelstraße und gegen ihren Verfall eingeläutet werden“, so Stefan Grafe vom dortigen Werbeatelier Artworkschmiede. Natürlich reiche ein einmaliges Event nicht aus, um die Situation zu verbessern.

Grafe: „Die GAG wird sich dafür einsetzen, die Achse Marktplatz - Bebelstraße, das ,alte’ Zentrum, zu stärken. Es müssen regelmäßig Aktionen auf dieser Achse stattfinden. Der Martinsmarkt ist eine davon, vielleicht ein Weihnachtsmarkt 2012 in der Bebelstraße. Der Weg ist steinig, um das Ziel zu erreichen, Kaufleute anzuziehen, welche einen attraktiven Ladenmix garantieren.“

Annener Markt: Im Haus Hoppe traf sicham Freitagnachmittag, 25. Mai, die ISG mit dem „Wittener SOS“ - Stadt, Ostermann, Sparkasse - und anderen denkbaren Geldgebern. Doch, die Stadt gehört hier tatsächlich zu den Geldgebern, denn sie hat Fördermittel in fünfstelliger Höhe aufgetrieben, um den Annener Markt umzugestalten.

Dem Planungsamt schwebt dabei eine Sichtachse von der Stockumer Straße zum Park der Generationen vor, um die etwas zu verborgene Parkanlage im wahrsten Sinne des Wortes besser ins Blickfeld zu rücken. Dafür allerdings müssten Bäume auf dem Marktplatz umgesetzt werden.

Der ISG schwebt dagegen eine Verbesserung der Schwachpunkte vor: Schiefe Absperrpfosten und Verkehrsschilder sollen gerichtet, der trockene Marktfrau-Brunnen wieder zum Fließen gebracht werden. Nehm: „Die Leuchten auf dem Markt beleuchten in erster Linie sich selbst, der Marktplatz aber bleibt dunkel, auch wenn sie eingeschaltet sind. Wir wollen Laternen in Altstadt-Optik, die ihr Licht auch nach unten abstrahlen.“

Licht und Sauberkeit sollen auch in die beiden Wartehäuschen. „Die vollgesprühten und fast blinden Acrylscheiben sollen ausgetauscht werden, starke Strahler sollen die Wartehäuschen erleuchten“, so Nehm. Dann sitzen dort nicht mehr, wie bisher, abends irgendwelche „Dunkelmänner“ mit ihren Bierflaschen, sondern wieder die Fahrgäste, für die die Häuschen eigentlich gebaut wurden.

EURE FAVORITEN

Weitere interessante Artikel