Neuer Mast für Ruhrtalfähre

Einen neuen Mast für Signal- und Beleuchtungsmittel des Ruhrfähren-Steuerhauses bauten die Jugendlichen des Werkhofes. Fährmann Christoph Heemann (rechts) und Decksmann Ralf Kollmann tragen den hölzernen Geräteträger am Liegeplatz in Witten-Herbede an Deck. Foto: Michael Korte / WAZ FotoPool
Einen neuen Mast für Signal- und Beleuchtungsmittel des Ruhrfähren-Steuerhauses bauten die Jugendlichen des Werkhofes. Fährmann Christoph Heemann (rechts) und Decksmann Ralf Kollmann tragen den hölzernen Geräteträger am Liegeplatz in Witten-Herbede an Deck. Foto: Michael Korte / WAZ FotoPool

Witten.. Anstatt eines kurzen metallischen Mastes ragt nun ein weiß gestrichener Geräteträger aus Holz auf der Ruhrtalfähre „Hardenstein“ empor. Dort werden demnächst noch wegweisende Lampen angebracht. Den neuen Träger haben fünf Jugendliche aus dem Werkhof Witten gefertigt.

Christoph Heemann (44), Kapitän der kleinen Fähre, gibt letzte Anweisungen für die Vorbereitungen an der „Hardenstein“, um den Geräteträger montieren zu können. Im blauen Kastenwagen neben der Fähre liegt der neue Mast schon bereit und wartet auf den Aufbau. Da die jetzigen Lampen an dem metallischen Mast für die Größe des Bootes nicht als Beleuchtung ausreichen, müssen neue angebracht werden.

Diese wiederum benötigen mehr Platz. „Die Leuchte, die oben auf dem Träger sitzt, muss anderthalb Meter über dem Dach angebracht sein, um den Normen zu entsprechen“, erklärt Heemann. Er freut sich über den neuen Mast. Vor allem über die Herstellung des Trägers ist er begeistert. Denn dass man mit einem solchen Auftrag dem Werkhof Arbeit geben konnte, befürwortet der 44-Jährige. „Erstens helfen wir damit den Jugendlichen und zweitens kostet es sehr viel weniger, als wenn ein Tischler den Job gemacht hätte.“

Tom Apel (45) ist von Beruf Schreiner und hat die fünf Jugendlichen bei der Arbeit an dem Geräteträger unterstützt. 120 Euro haben die Materialien gekostet, die von der Wabe übernommen werden. Denn der Werkhof Witten ist eine Abteilung der Wabe, die schulverweigernden Jugendlichen ab zwölf Jahren eine Schulersatzmaßnahme bietet. Sie verbringen eine gewisse Zeit in einer Ganztagsgruppe im Werkhof und sollen so die schulische, soziale und berufliche Integration lernen und annehmen. Der 16-jährige Marco Stosch ist einer von ihnen. Gemeinsam mit fünf anderen Teilnehmern der Maßnahme, hat er an dem Mast gearbeitet. Er war vorrangig für die Schleifarbeiten zuständig. „Mit der großen Maschine macht das schon Spaß. Für die Feinarbeiten habe ich dann aber Schmirgelpapier benutzt, da man vorsichtig vorgehen muss“, erklärt Marco.

Ein wenig stolz schaut er aus. Schließlich macht ein richtiger Auftrag auch viel mehr Spaß, als wenn man die handwerklichen Arbeiten nur zur Übung macht. „Dann kann ich die Fähre anschauen und weiß, dass ich daran beteiligt war.“ Eigentlich möchte er kein Schreiner werden. Zerspanungsmechaniker liege ihm eher. „Da kann man mit Metall arbeiten, darauf habe ich mehr Lust“, meint der 16-Jährige.

Für den weißen Anstrich war der Teilnehmer des Werkhofes ebenfalls verantwortlich. Nur weil die Jugendlichen den Mast angefertigt haben, handelt es sich dabei nicht um mindere Qualität. „Ich war die ganze Zeit dabei und habe jeden Schritt überwacht“, Apel.

Erst nachdem das Boot gesäubert ist und das Dach für den Träger vorbereitet ist, kann der rund 1,60 Meter hohe Mast angebracht werden. Die Lampen, die befestigt werden müssen, dauern allerdings noch einige Tage. Spätestens zum Beginn der Fährensaison sind die Lampen dann aber fest montiert. Denn um zehn Uhr am Dienstag, 27. März, beginnt die erste Tour - mit ordnungsgemäßer Beleuchtung.

 

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