Nehmen und geben in Herbede

Gilda Louis (li.) (VHS) und Marion Schmitt (QuaBeD) vor ihrem erstmals eingesetztenTauschregal in der Meesmannstraße 59 in Herbede.Foto: Michael Korte / WAZ FotoPool
Gilda Louis (li.) (VHS) und Marion Schmitt (QuaBeD) vor ihrem erstmals eingesetztenTauschregal in der Meesmannstraße 59 in Herbede.Foto: Michael Korte / WAZ FotoPool

Witten.. An den Universitäten Deutschlands kennt man sogenannte Tauschregale schon längst. Dort können Bücher kostenlos abgegeben und mitgenommen werden.

Nun stellt die Qualifizierungs- und Beschäftigungsgesellschaft der Diakonie Ennepe-Ruhr/Hagen (Quabed) und die Volkshochschule (Vhs) ein solches Regal im Second-Hand-Laden „tragbar“ in Herbede auf. Hier kann alles getauscht werden, nicht nur Bücher.

Marion Schmitt von der Quabed und Gilda Louis von der Vhs hatten die Idee für das interaktive Regal. Jeder der alte Dinge loswerden möchte, kann sie einfach auf die Bretter legen. Falls man dann noch etwas findet, dass man gebrauchen könnte, soll man es sich sofort mitnehmen. „Bevor man alte Sachen wegschmeißt, kann man sie hier abgeben. Natürlich müssen diese gut in Schuss sein“, erklärt Marion Schmitt. Zerrissene Bücher, zerkratzte CDs oder gesprungenes Porzellan gehöre nicht auf die Bretter des Tauschregals. Ebenso wenig wie verderbliche oder unseriöse Dinge. Außerdem werden Anziehsachen und Schuhe direkt im Laden angenommen. „Da lohnt es sich für den Spender mehr, die Sachen in Zahlung zu geben bei uns“, so Schmitt. Die 56-Jährige hofft, dass die Idee gut angenommen wird, damit die Vhs und die Quabed später weitere Regale in ihren anderen Second-Hand-Läden in der Stadt postieren können.

Herbede als erster Standort hat für die beiden Frauen Sinn ergeben. So könne man gleichzeitig das Örtchen ein wenig beleben. So der Grundgedanke. Und tatsächlich: Die ersten Kunden, die das Geschäft betreten, steuern geradewegs auf das in bunten Farben gestrichene Regal zu. Eine Kundin musste sogar gebremst werden von Marion Schmitt und Gilda Louis. Sie hätte am liebsten alles sofort eingepackt. „Da müssen wir dann auch eingreifen. Alles kann weg, aber nicht alles auf einmal“, meint Gilda Louis.

Zurzeit liegen Krimis, Frauenromane, Schmuckkästchen, Tassen, eine CD von Schmuse- und Opernsänger Rudolf Schock und noch einige andere Dinge in dem Regal bereit. Die Auswahl kann sich ändern, je nachdem, was die Spender mitbringen. Das Möbelstück, auf dem sich die Mitbringsel stapeln, stammt aus dem Cap-Baumarkt, dem ersten Baumarkt mit Möbeln aus zweiter Hand in NRW. Hier wurde das Regal restauriert und aufgemotzt. „Das war vorher total alt und eklig. Und ich wollte dann die Farben von unserem Laden ‘tragbar’ haben“, so Marion Schmitt. Nun erstrahlt das Möbelstück in rot, pink und orange. Das Regal ist übrigens nicht eintauschbar. Aber auf Nachfrage käuflich zu erwerben.

Am kommenden Samstag, 2. Juni, ist die Vhs und die Quabed neben zahlreichen Einzelhändlen ebenfalls auf dem Wiesenviertelfest in der Innenstadt vertreten. Durch einige Aktionen wie eine Modenschau möchte man Kooperationen schaffen zwischen den Geschäften, um Kunden anzulocken. Und um dann noch mehr Tauschregale aufzustellen.

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