Musik ist seine Passion

Prägte jahrzehntelang die Wittener Musiklandschaft: Heinrich Karl Klein. Foto: Martin Möller
Prägte jahrzehntelang die Wittener Musiklandschaft: Heinrich Karl Klein. Foto: Martin Möller
Foto: WAZ
Heinrich Karl Klein wird am Mittwoch (8. August) 75 Jahre alt. Er begeisterte viele Generationen von Jugendlichen für die Musik und gründete u.a. die Rhein-Ruhr-Philharmonie

Witten..  Es gibt Menschen, die keinen Feierabend und keinen Ruhestand kennen. Menschen, deren Beruf auch ihre Passion ist. Dazu gehört Heinrich Karl Klein, der fast 40 Jahre lang in Witten als Musikerzieher gewirkt hat. Am Mittwoch (8. August) wird er 75.

Dass Musik sein Leben bestimmen würde, war schon früh klar: „Meine Eltern waren beide sehr musikalisch. Mein Vater war Kirchenmusiker und hatte eine private Musikschule in Dortmund“, erzählt Klein. Seine Mutter war Pianistin und Klavierlehrerin. Entsprechend früh fing er selbst mit dem Klavierspiel an. „Ich kann mich noch schwach an die ersten Stunden in Süddeutschland erinnern“, erzählt er. Damals, als im Ruhrgebiet die Bomben fielen und viele Familien in Sicherheit gebracht wurden.

Als Zwölfjähriger nahm er bereits an einem landesweiten Klavierwettbewerb für Kinder teil — und konnte gleich sein Talent beweisen, denn er schaffte es in die erste Preisgruppe. Dass er auch Freude an der Arbeit mit jungen Leuten hat, merkte er ebenfalls in jungen Jahren in den Jugendgruppen, für die er sich engagierte.

Nach Abitur und Grundwehrdienst in Hamburg entschied sich Klein wenig überraschend für ein Studium, das Musik und Pädagogik miteinander verband: Er büffelte von 1958 bis 1963 an der Musikhochschule Köln Schulmusik für das Lehramt an Gymnasien und dazu noch Geschichte und Musikwissenschaft an der Uni Köln.

Danach fand Heinrich Karl Klein dann schnell den Weg nach Witten, deren Musiklandschaft er nachhaltig prägen sollte. Er übernahm eine Stelle als Musiklehrer im Ruhr-Gymnasium (damals noch Jungengymnasium), 1979 wurde er dort Studiendirektor. Bei seiner Arbeit war es ihm von Anfang an wichtig, seine Schüler für das gemeinsame Singen zu begeistern. Am Herzen lag ihm auch, das Wissen über die Epochen der Musikgeschichte zu vermitteln und den Jugendlichen zu zeigen, wie sie ihr Gehör schulen, also beispielsweise Rhythmen erkennen und Instrumente aus einem Orchesterklang heraushören können.

Seine Arbeit als Orchesterleiter begann dann 1965, als Klein das Streichorchester des Jungengymnasiums übernahm. 1970 gründete er das erste Wittener Jugendsinfonieorchester, 1975 übernahm er das Sinfonische Orchester der Vhs. Ihm ist es auch zu verdanken, dass das Orchester Wittener Gymnasium entstand, das Klein bis 2002 leitete. Eine weitere Herzensangelegenheit ist die Rhein-Ruhr-Philharmonie — eine Talentschmiede für begabte junge Musiker aus der Region —, das Klein ebenfalls aus der Taufe hob.

Für seine Verdienste für die Musiklandschaft der Stadt, vor allem aber für die Kinder und Jugendlichen aus Witten und Umgebung, wurde Klein mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande (1999) und mit der „Besonderen Anerkennung“ des Kunst- und Kulturfonds der Stadt Witten.

Heute könnte Heinrich Karl Klein eigentlich die Füße hochlegen oder ganz gemütlich seinen Hobbys frönen. „Ab und zu fahre ich auch mal Rad“, sagt er und schmunzelt. Doch da bleibt seine Passion. Und so spielt er stundenlang an seinem Flügel und schreibt Klavierwerke zu vier Händen und für zwei Klaviere. Musik ist eben sein Leben

 
 

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