Moderne Schnitzeljäger räumen auf

Frühjahrsputz und Geocaching am Stausee: Rund 140 Teilnehmer machten am Samstag mit.Foto: WalterFischer
Frühjahrsputz und Geocaching am Stausee: Rund 140 Teilnehmer machten am Samstag mit.Foto: WalterFischer
Foto: Fischer / WAZ FotoPool
Witten. Schöner Mitnahmeeffekt: Geocacher suchen Schätze und befreien dabei gleichzeitig das Freizeitgebiet rund um den Kemnader See von Müll.

Früher ging man auf Schnitzeljagd, malte rote Zeichen an Bäume oder verteilte Äste in Pfeilform auf Waldwegen. Moderne Schatzsucher haben diese altmodischen Hilfsmaßnahmen längst hinter sich gelassen und gehen mit GPS-Geräten (Satelliten-Navigation) auf die Jagd – Geocaching liegt voll im Trend. Im Visier haben die Geocacher, man ahnt es fast, versteckte Geocaches: kleine Schatzkistchen aus Plastik, die in der Regel ein Logbuch enthalten, in dem sich der erfolgreiche Schatzsucher verewigen kann.

Besonderen Spaß macht die Schatzsuche aber vor allem dann, wenn sich nicht nur einer, sondern gleich mehrere Teams auf die Suche nach den Caches machen. Und so fanden sich am Samstag rund 140 Geocacher trotz Nieselregens am Kemnader See ein, um den gesuchten Schatz zu heben. Oder besser gesagt: die Schätze. Denn Mario Fuchs (35), Organisator der Geocaching-Aktion, hatte gleich fünf der kleinen Kistchen rund um den See versteckt.

Einschlägige Müllplätze

Der Wichtigste an der ganze Aktion waren jedoch nicht die Schätze an sich, sondern dass diese an Stellen versteckt wurden, an denen sich in der Vergangenheit besonders viel Müll angesammelt hatte. Denn der sollte von den Geocachern eingesammelt werden. Einfach so und ganz nebenbei. „CITO-Event“ nennt das der erfahrene GPS-Schnitzeljäger: „Cache in, trash out.“ Soll heißen: Während sich die Schatzsucher auf die Suche nach den Geocaches machen, sammeln sie Müll ein. Günstiger Nebeneffekt der Aktion: Es wird mit dem schlechten Image der Geocacher aufgeräumt, die „ab und zu in Verruf geraten, weil sie sich abseits der Wege bewegen und so der Tier- und Pflanzenwelt schaden“, so Fuchs.

Ausgangspunkt der Aktion war das Seglerhaus, welches ebenfalls über GPS-Koordinaten gefunden werden musste – für die meisten allerdings eine eher leichte Übung. Von dort aus stapften die Schnitzeljäger anschließend in kleinen Grüppchen los, um den See vom Unrat zu befreien.

Versteck im Vogelkasten

Malina mit gerade mal zwei Jahren war wohl die jüngste Geocacherin an diesem Tag. Warm eingepackt trotzte die kleine Entdeckerin dem kalten Wetter. Immer mit dabei: das GPS. Ein bisschen Einfallsreichtum durfte jedoch auch nicht fehlen. „Einen Cache habe ich zum Beispiel in einem leeren Vogelkasten versteckt“, verriet Mario Fuchs. Ob den jeder gefunden hat?

Um den Grillstand von Caterer Axel Kähne zu finden, brauchte jedoch niemand ein GPS-Gerät. Schon von weitem roch es nach saftig gebratenem Steak. Für solche Verführungen hatten die erfahrenen Geocacherinnen Astrid (44) und Astrid (45) erstmal aber keine Zeit. „Ich werde heute meinen tausendsten Logbuch-Eintrag holen“, so die 44-Jährige Astrid. Dass sie dabei auch noch den Müll einsammeln geht, findet die Hevenerin gut: „Auch wenn der Müll nicht von mir kommt, muss man den auch einfach mal einsammeln.“

 
 

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