Ministerpräsidentin soll Musikschule in Witten retten

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Mitten im Landtagswahlkampf hat die Gewerkschaft Verdi Ministerpräsidentin Kraft in die Diskussion um mögliche Kürzungen bei der Wittener Musikschule eingeschaltet.

Witten.. „Retten Sie die Musikschule, retten Sie die kulturellen Einrichtungen der Stadt Witten“, heißt es in einem offenen Brief des Landesgruppenvorstands „Musik“.

In dem Schreiben, das auch an NRW-Kulturministerin Ute Schäfer und Wittens Bürgermeisterin Sonja Leidemann adressiert ist, werden die Folgen des Stärkungspaktes für überschuldete Städte wie Witten kritisiert. „Jeder vom Land erhaltene Euro erzwingt Sparmaßnahmen im Umfang des Drei- bis Vierfachen.“ Mögliche Einsparungen bei der Musikschule - gerade der Einzelunterricht könnte betroffen sein - lassen Verdi von einem „geplanten Ausverkauf“ sprechen. Dies sei ein „Schlag ins Gesicht all derer, die sich mit hohen Idealismus für die Schule engagieren“.

Verwaltungsrat tagt wieder am 25. April

Wenn die geplante Zerschlagung des Kernbereichsunterrichts zugunsten von privaten Anbietern durchgesetzt werde, könne dies auf Schulleitung und Kollegium nur demoralisierend wirken“, heißt es in dem Schreiben, das die Sprecherin der Verdi-Betriebsgruppe in der Musikschule, Annette Espe, mit unterzeichnet hat. Die Gewerkschaft schlägt bewusst jetzt Alarm, da sich der Verwaltungsrat des Kulturforums am 25. April erneut mit einer Vorlage zu den Folgen des Stärkungspakts beschäftigt.

Instrumentalunterricht, ob einzeln oder in Kleingruppen, gehöre zu den unverzichtbaren Qualitätsstandards der Musikschule, so Verdi. Gewarnt wird vor einer Zwei-Klassen-Pädagogik: Gruppenuntericht für weniger Begabte, privater Einzelunterricht für Hochbegabte sowie Kinder aus wohlhabenden Familien.

Musikschule langfristig erhalten

Dem Vorstand des Kulturforums wirft Verdi „Halbwahrheit“ und „gezielte Stimmungsmache“ vor. Dabei wird eine Aussage zitiert, der Einzelunterricht sei hoch defizitär. Selbst als dessen Anteil s noch viel höher gewesen sei, , habe sich die Musikschule zu einem Drittel über Entgelte selbst getragen, sagt Verdi. Kritisiert wird auch das Procedere: Es werde versucht, eine dramatische Veränderung auf die Schnelle durchzuwinken.

Die künftige Landesregierung wird aufgefordert, die Musikschule langfristig zu erhalten. Städte wie Witten dürften nicht zu Kürzungen gezwungen werden, die unvereinbar mit dem Recht auf freien Zugang zu Bildung und Kultur seien.

 
 

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