Minister Remmel eröffnet Biogasanlage offiziell

Grünabfälle aus dem ganzen EN-Kreis lagern in der großen Eintragshalle.
Grünabfälle aus dem ganzen EN-Kreis lagern in der großen Eintragshalle.
Foto: Walter Fischer
Witten. Landesumweltminister nennt Witten Biogasanlage beispielhaft für Klimaschutz und Energiewende und wünscht sich viele Nachahmer in anderen Kreisen und Städten.

Rechts duftete im großen Festzelt das Büfett, 50 Meter weiter links stank der komplette Grünabfall und vor allem Biomüll aus dem EN-Kreis bestialisch – zum Glück für die rund geladenen 100 Gäste aus Politik, Verwaltung und Abfallwirtschaft luftdicht abgeschottet in der großen Eintragshalle. Die rund 2 Mio Euro vom Gesamtinvest von 15 Mio Euro, die die AVU in Absauganlagen und Luftschleusen gesteckt hat, sind definitiv gut angelegt.

Frühere Offiziellen-Termine stufte Landrat Dr. Arnim Brux am Freitag bescheiden zurück („das waren doch nur Begehungen“). Zur finalen Eröffnung reiste der grüne Landesumweltminister Johannes Remmel standesgemäß mit dem Zuge an, jedenfalls bis Dortmund Hauptbahnhof. Er kam ganz ohne symbolisches Roter-Kopf-Drücken aus (die Anlage läuft seit Monaten im Regelbetrieb), brachte dafür aber warme Worte mit. „Das ist ein guter Tag für den EN-Kreis als auch für NRW“, sagte Remmel und wünschte sich „viele Nachahmer“. Die „wunderbare“ Biogasanlage diene nicht nur der CO2-Reduzierung, sie beweise auch, dass sich mit dem Klimaschutz Geld verdienen lasse. Statt längere Transportwege in Kauf zu nehmen, holen Sie die „Wertschöpfung wieder in die Region“. Die Energiewende könne nur funktionieren, wenn die Kommunen und Kreise ihre Potenziale an der Schnittstelle von Abfallwirtschaft und Energiewirtschaft heben würden, sagte der Landesumweltminister. Remmel: „Die Energiewende ist auch eine Bürgerbewegung.“

Landrat Dr. Arnim Brux dankte der AHE (50:50-Tochter von AVU und Remondis) für ihr „Risiko“ 15 Millionen Euro in die neue Technik zu investieren. Er hoffe, dass sich das für das Unternehmen langfristig auch ökonomisch lohnen werde. Die Bürger könnten das durch ein hohes und möglichst sortenreines Biomüll-Aufkommen unterstützen. Der Kreis hat der AHE zur Refinanzierung in einem 15-Jahresvertrag für die Abnahme von Biomüll einen festen Kurs von 70 Euro pro Tonne zugesagt. Die 330 000 Einwohner des EN-Kreises kommen dafür mit einer um 1,35 Euro pro Bürger und Jahr („Klima-Euro“) erhöhten Müllgebühr auf. Ein zweiter Teil der Refinanzierung läuft über den Strom, der in den beiden angeschlossenen Blockheizkraftwerken mit Biogas/Methangas erzeugt wird. Die Stadtwerke nehmen ihn zum Garantiepreis von 18 Ct./KWh ab. Der Strom reicht für die Versorgung von 2500 Durchschnittshaushalten.

Tag der offenen Tür: Die Biogasanlage (Bebbelsdorf 89) ist am heutigen Samstag, 25. Mai, von 10 bis 17 Uhr für alle Bürger geöffnet.

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