Mehr als einkaufen

Die Stadtgalerie übt gerade auf junge Wittener eine große Anziehungskraft aus. Foto: Walter Fischer / WAZ FotoPool
Die Stadtgalerie übt gerade auf junge Wittener eine große Anziehungskraft aus. Foto: Walter Fischer / WAZ FotoPool
Foto: Walter Fischer

Witten.. Seit über zwei Jahren können Wittener auf dem Weg von der oberen Bahnhofstraße zum Hauptbahnhof (oder umgekehrt) einen Stopp in der Stadtgalerie einlegen. Bummeln, Eis essen, die neueste DVD aussuchen - gerade junge Leute freuen sich über die neuen Einkaufsmöglichkeiten.

Nadja Schmidtke kommt meistens in der Mittagspause in das Untergeschoss der Stadtgalerie. Frühlingsrolle oder gebratene Nudeln? Meist isst sie beim China-Imbiss. Die 24-Jährige wohnt zwar in Hagen, arbeitet aber in einer Arztpraxis in der Innenstadt. „Die Stadtgalerie gefällt mir gut und man hat auch seine Ruhe, obwohl hier unten immer Trubel ist“, sagt Nadja. Sie findet das Einkaufszentrum in Witten besser als etwa vergleichbare Zentren an ihrem Wohnort. „Hier habe ich mehr Läden auf einem Fleck, die ich gebrauchen kann.“

Die Auswahl an Schuh- und Modeläden erhöht den Wohlfühlfaktor für Frauen in der Stadtgalerie. Für Männer wird es da dann schon etwas enger. Volker Pattich kommt eher selten in das Zentrum, um zu shoppen. „Eigentlich gibt es hier keine Läden für Männer meines Alters. Und selbst für die Jungs um die 20 ist das Angebot nur begrenzt“, meint der 45-Jährige. Der Elektrotechniker nutzt das im September 2009 eröffnete Einkaufscenter meist nur, wenn er zum Bahnhof will. „Wirtschaftlich tut es Witten aber ganz gut.“

Nach der Neugestaltung des Berliner Platzes und des Citybogens ist die Stadtgalerie noch mehr Zentrum der unteren Innenstadt geworden, als sie es vorher schon war. Vor allem Teenager nutzen die Einkaufsmöglichkeiten in der City, um sich den Weg nach Dortmund oder Bochum zu sparen. Aileen und Theresa (beide 13) kommen auch in die Galerie, um Freunde zu treffen.

Im Untergeschoss laufen sie sich die Jugendlichen meistens über den Weg. Denn dort gibt es das Trendgetränk „Bubble Joy Tea“. „Das trinken bei uns in der Klasse im Moment alle und ich finde es klasse, dass ich es nun auch in der Stadtgalerie bekomme“, meint Aileen. Für die Teenager hat das Center noch einen weiteren Vorteil: die schnelle Erreichbarkeit. „Sonst muss ich immer planen, wann der Zug nach Dortmund oder Bochum fährt. So habe ich mehr Zeit und kann kommen, wann ich will. Die Stadtgalerie fährt ja nicht weg“, meint Theresa lachend.

Nach knapp drei Jahren hat sich das Einkaufszentrum in der Wittener Innenstadt etabliert. Trotz unterschiedlicher Schließungszeiten einiger Geschäfte lockt es viele Menschen, gerade an den Wochenenden. Mittlerweile gehört die Stadtgalerie zum festen Erscheinungsbild Wittens einfach dazu.

„Wegzudenken ist sie nicht mehr“, sagt Elektrotechniker Volker Pattich. „Vielleicht wäre es aber von Vorteil, wenn das Angebot noch ausgeweitet werden würde.“

 

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