Männermagazin aus Witten landet Überraschungserfolg

Movo ist ein neues Magazin vom SCM Bundes-Verlag. Autor Daniel Wildraut (li.) und Chefredakteur Rüdiger Jope stellen es vor.
Movo ist ein neues Magazin vom SCM Bundes-Verlag. Autor Daniel Wildraut (li.) und Chefredakteur Rüdiger Jope stellen es vor.
Foto: Funke Foto Services
„Movo“: Das neue Magazin des christlichen SCM Bundes-Verlags hat Erfolg. Ganz ohne nackte Brüste, dafür mit kantigen Themen, die überraschen.

Witten..  Der Erfolg kommt manchmal gerade dann, wenn man am wenigsten damit rechnet: Einen überraschenden Volltreffer hat der SCM Bundes-Verlag mit seinem neuen Männermagazin „Movo“ gelandet. Allen Unkenrufen zum Trotz kann sich das Heft, das komplett in Witten produziert wird, auf dem Markt behaupten. „Wir sind selbst überrascht“, sagt Chefredakteur Rüdiger Jope.

Dabei gelten Männer doch als ausgesprochen schwierige Zielgruppe im Zeitschriftenmarkt. Viele hatten daher abgeraten. Doch weil ein Angebot für Männer im Portfolio des christlichen Verlags fehlte, startete Jope doch einen Testballon. Und der kam so gut an, dass die Wittener das Experiment wagten: Ein Magazin für den normalen Mann – ohne Glamour, ohne nackte Brüste, ohne Tipps für den besten 1000-Euro-Grill. Dafür aber mit Geschichten, die bewegen und unterhalten, die überraschen und Mut machen.

Nicht nur Lob aus der „frommen Ecke“

Und das ganz ohne Berührungsängste: Eine Pornobiographie, acht Tipps für die Gehaltsverhandlung, eine Pegida-Kritik – das sind einige der Themen der zweiten Ausgabe, die jetzt gerade auf den Markt gekommen ist. Dafür gab es aus der „frommen Ecke“ nicht nur Lob: „Die Richtung, aus der der Bundesverlag kommt, ist deutlich konservativer, als das, was wir dem Leser bieten“, sagt Daniel Wildraut, der als Autor für das Magazin arbeitet. Für die Kolumne „Was seid ihr solche Heulsusen“ – es geht um wehleidige, kranke Männer – gab’s gar gleich Abo-Kündigungen. Jope ficht das nicht an. Im Gegenteil: „Wir machen das Unerwartete, wir brechen da aus – das ist der Reiz“, sagt der Chefredakteur. Fromm ohne zu frömmeln, zeitgeistig aber nicht geistlos: „Mein Cousin, der mit Kirche wenig am Hut hat, meinte: ,Das Heft würde ich mir auf den Wohnzimmertisch legen. Da braucht man sich wahrlich nicht für zu schämen’“, erzählt Wildraut schmunzelnd. „Das war für mich das größte Lob.“

Eine Geschichte über den Kapitän eines Containerschiffs, eine übers Klettern, eine über einen Ausnahmegeiger: Das sind die Themen, die der 46-jährige Wittener für die nächsten Ausgaben anpeilt. „Ich schaue gern, wie Menschen ticken – das finde ich total spannend.“

Schon über 6000 Abonnenten

Das finden offenbar auch die Leser: Über 6000 Abonnenten bei einer Auflage von 9000 Stück – das kann sich sehen lassen. Ist aber natürlich noch ausbaufähig: „Die 8000-Abonnenten-Marke würde ich gerne knacken“, so Jope. Ein bescheidener Wunsch: Auf dem kommenden Kirchentag und der Buchmesse wird das Heft verteilt. Vielleicht muss sich der Chefredakteur anschließend ja schon neue, höhere Ziele setzen.

 
 

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