Lungenforschung in Harvard

Fabian Dirks (li.) wird in seinem Jahr im Ausland von den Rotariern, hier Uwe Weber, mit 1500 Euro unterstützt. Foto: Olaf Ziegler / WAZ FotoPool
Fabian Dirks (li.) wird in seinem Jahr im Ausland von den Rotariern, hier Uwe Weber, mit 1500 Euro unterstützt. Foto: Olaf Ziegler / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool / Olaf Ziegler

Witten.. Von der Uni Witten/Herdecke für ein Jahr an die Harvard Medical School nach Boston - für Fabian Dirks (26) erfüllt sich ein Traum. Der Medizinstudent wird in der Forschung über die Abstoßungsreaktionen nach Lungentransplantationen mitwirken.

Finanziell unterstützt ihn dabei der Rotary-Club Witten-Hohenstein mit 1500 Euro. Das vierte Mal in Folge vergeben die Rotarier ein Auslandsstipendium an einen Studenten. Etwas Besonderes muss der Bewerber vorweisen. „Viele studieren ein Semester im Ausland, verfolgen aber keinen weiteren Zweck neben dem Studium“, meint Rotarier Uwe Weber (56). Dieses gewisse Etwas muss keinen wissenschaftlichen Aspekt haben. Bewerber können auch im gesellschaftlichen oder sozialen Bereich etwas bewirken wollen.

Gegen 17 Bewerber setzte sich der 26-Jährige mit seinem Vorhaben bei den Rotariern durch. Das Auswahlverfahren an der Harvard-Universität war ungleich härter. Wie viele Bewerber es dort gab, weiß Fabian nicht. „Ich hatte schon gar nicht mehr mit einem Anruf gerechnet, als dann auf einmal jemand aus Boston am Telefon war.“ Ein halbes Jahr sei zwischen der Bewerbung und der Zusage vergangen. In der Zeit habe er sich schon nach anderen Möglichkeiten neben dem Studium umgesehen. „Ich freute mich sehr, als ich dann doch genommen wurde“, sagt der Student im achten Semester.

Dass er sich der Erforschung von Lungentransplantationen widmet, liegt im Reiz des Unbekannten. Denn das Organ gilt noch als am wenigsten erforscht. Zur Zeit würden die Hälfte der Patienten fünf Jahre nach der Transplantation sterben. Nach zehn Jahren würden nur 29 Prozent noch leben, erklärt der Student. „Die Abstoßungsrate von Lungen ist sehr viel höher als zum Beispiel die des Herzens“, so Fabian Dirks. Deswegen sei es so wichtig, das Organ weiter zu erforschen, um es Lungenkranken möglich zu machen, länger mit einem Spenderorgan zu überleben.

Mit dem Stipendium helfen die Rotarier dem 26-Jährigen finanziell weiter. Von der Studienstiftung der Uni Witten/Herdecke wird er ebenfalls unterstützt. Dennoch muss Fabian einen großen Anteil der Kosten selbst aufbringen. „Boston ist nach New York die zweitteuerste Stadt der USA. Da muss ich dann schauen, wie ich zurecht komme.“ Anstatt auf dem Campus von Harvard ein Zimmer zu mieten, möchte sich Fabian Dirks einer Wohngemeinschaft in der Stadt anschließen. Da er fließend Englisch spricht, ist die Kommunikation mit den Mitbewohnern kein Problem. „Ich hoffe, dass ich interessante Menschen treffe, die einiges zu erzählen habe. Wenn man mit so jemanden zusammen wohnt, ist das wirklich toll.“

In zwei Wochen geht es los. Dann nimmt der Student eine einjährige Auszeit von Deutschland. Wenn er wieder kommt, lässt er die Forschungsergebnisse in seine Promotionsarbeit an der Uni einfließen.

 
 

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