Leser spenden für Pferd von St. Martin in Witten

Jürgen Augstein
Da durfte der Heilige noch ohne Gebühr reiten: ein Bild vom Martinszug der Hellwegschule im Jahr 2011.
Da durfte der Heilige noch ohne Gebühr reiten: ein Bild vom Martinszug der Hellwegschule im Jahr 2011.
Foto: privat
Das Echo war überwältigend: Nachdem bekannt wurde, dass Kindergärten für das Pferd beim Martinszug erstmals eine Gebühr an die Stadt zahlen müssen, haben mehrere Leser die Summe spontan gespendet. Die Kita-Leiterin aus Rüdinghausen, die den Stein ins Rollen brachte, war zu Tränen gerührt.

Witten. Die erste Leserin schellte morgens um 6.50 Uhr und ließ gleich zehn Euro da. „Da hatte ich das erste Mal Tränen in den Augen“, sagt die Rüdinghauser Kita-Leiterin Melanie Aha. Sie ist tief gerührt über die große Resonanz auf den Bericht unserer Zeitung, in dem sie ihrer Empörung über eine erstmals fällig werdende Gebühr für den Martinszug Luft gemacht hatte.

Jeweils 40 Euro müssen Wittener Kitas an die Stadt zahlen, die einen größeren Zug veranstalten - 40 Euro für das Pferd oder wenn es sich um einen Laternenumzug mit mehr als 200 Teilnehmern handelt. Die Stadt begründet dies mit dem großen Prüfaufwand.

„Als ich das las, dachte ich, das kann doch nicht wahr sein“

„Als ich den Bericht las, dachte ich, das kann doch nicht wahr sein“, erklärt Georg Peitzberg (51), der mit seiner Frau Ines (48) „ohne großes Aufsehen“ die 40 Euro spenden will. Er und seine Frau ärgern sich, dass für so eine gute Sache noch Geld kassiert werde, „und das bei den Kindern“, wie der Ofenarbeiter sagt.

Die Frau, die schon frühmorgens in Rüdinghausen auf der Matte stand, war eine ehemalige Kindergartenmutter. Ihr Sohn, heute 17, erinnere sich noch immer gerne an den Martinszug an der Brunebecker Straße, sagt Kita-Leiterin Melanie Aha (34). „Ich bin unheimlich gerührt. Allein der Zuspruch von all den Leuten, die angerufen haben, tut unheimlich gut.“ Sie sei ermuntert worden, den Martinszug in jedem Falle fortzusetzen. Einer habe angerufen und gesagt: „Lasst Euch nicht von den Behörden ärgern.“

Spenden reichen für die nächsten Jahre

Als seine Tochter noch kleiner gewesen sei, habe er selbst erfahren müssen, wie schwer es sei, etwas auf die Beine zu stellen, sagt Leser Georg Peitzberg, einer der interessierten Spender. „Von fünf Leuten“ habe sie schon was bekommen, erklärt Kita-Leiterin Melanie Aha. Und da war es erst Dienstagmittag. „Damit können wir getrost die Gebühr für die nächsten Jahre bezahlen.“