Lebenshilfe eröffnet Frühförderstelle in Annen

Das Team der beiden Frühförderstellen der Lebenshilfe, hier bei der Eröffnung der Zweigstelle in Annen mit Leiterin Sabine Hebenstreit (2.v.r.).
Das Team der beiden Frühförderstellen der Lebenshilfe, hier bei der Eröffnung der Zweigstelle in Annen mit Leiterin Sabine Hebenstreit (2.v.r.).
Foto: Walter Fischer
Eine Stunde mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Frühförderung fahren und wieder zurück? Viele Eltern aus Annen haben den langen Weg auf sich genommen, um das Angebot in Heven zu nutzen. Um ihnen diese Umstände zu ersparen, hat die Lebenshilfe nun eine Zweigstelle in Annen eröffnet.

Witten..  Eltern, die mit ihren kleinen Kindern zur Frühförderstelle der Lebenshilfe möchten, können jetzt auch das neue Interdisziplinäre Zentrum an der Annenstraße 122 nutzen. Es befindet sich im Gebäude des ZAK (Zentrum Aktiv): einfach an der Stadtteilbibliothek links um die Ecke gehen, an der Seite ist die Eingangstür. Sie öffnet sich zu großzügigen Räumlichkeiten mit zartgelb gestrichenen Wänden.

Damit habe sich die Lebenshilfe einen Traum erfüllt, erklärt Geschäftsführer Dr. Dieter König bei der Einweihung. Denn bisher bot sie Frühförderung nur im Familienzentrum Wannen in Heven an. Dorthin kamen Eltern aus dem ganzen Stadtgebiet. Doch wer zum Beispiel von Annen oder gar Rüdinghausen mit öffentlichen Verkehrsmitteln bis in den Westen Wittens fahren musste, vielleicht sogar mehrmals pro Woche, „der hatte eine kleine Weltreise hinter sich“, so König. Nun sind die Wege, schon seit dem Einzug im November, deutlich kürzer.

150 Kinder in der Therapie

Seit fast 20 Jahren kümmert sich die Lebenshilfe in Witten schon um die Frühförderung und begann mit der Arbeit am Helenenberg, wo in der Kita Kinder mit unterschiedlichen Behinderungen, Kinder mit Entwicklungsverzögerungen sowie ganz Kleine betreut werden. Inzwischen gibt es dort auch eine integrative Gruppe.

Gut 150 Kinder nutzen die Therapieangebote der beiden Frühförderstellen. Wer bislang in Heven war und nun nach Annen wechseln möchte, der wird hier vertraute Gesichter antreffen. Denn das Team – Personalaufstockungen gab es keine – arbeitet wechselweise in beiden Zentren. Die 47-jährige Diplom-Heilpädagogin Sabine Hebenstreit, die im letzten Sommer die Leitung der Hevener Einrichtung übernahm, leitet nun beide Zentren.

In Annen freuen sich die Mitarbeiter über die gute Nachbar-schaft im ZAK, die von der Volkshochschule bis zur Quabed reicht. Einen Teil ihrer Räume hat die Lebenshilfe außerdem untervermietet, zum Beispiel an Hebammen.

„Wir merken, dass Familien das neue Angebot gut annehmen“, sagt Sabine Hebenstreit. Eltern kommen auf ärztliche Verordnung dorthin. „Sie können sich aber auch direkt an uns wenden, wenn sie sich Sorgen um die Entwicklung ihrer Kinder machen.“ Wenn ihnen etwa auffällt, dass ihr Kind nicht altersgerecht spricht, sich kaum konzentrieren kann oder deutliche Unterschiede zur Entwicklung Gleichaltriger aufweist. „Bei ganz kleinen Kindern machen wir auch Hausbesuche, außerdem arbeiten wir eng mit Kindergärten zusammen.“ Geplant sei in naher Zukunft, die Zweigstelle um eine Autismus-Therapie zu erweitern, um diese Kinder noch gezielter fördern zu können.

 

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