Klimaschutzwoche startet mit Hüpfball-Aktion

Hier geht’s rund: Fabian Furtak (25) und Lena Dickeduisberg (23) begleiteten die Aktion auf dem Rathausplatz. Mit dicken Pullis und Studentenfutter trotzten sie dem schlechten Wetter.
Hier geht’s rund: Fabian Furtak (25) und Lena Dickeduisberg (23) begleiteten die Aktion auf dem Rathausplatz. Mit dicken Pullis und Studentenfutter trotzten sie dem schlechten Wetter.
Foto: Funke Foto Services
Eine Gummiball-Aktion vor dem Rathaus macht die Bürger auf eine besondere Woche aufmerksam.Vier Veranstaltungen zum Thema Klimaschutz sind geplant.

Witten.  Was ist denn vor dem Rathaus los? Weiße und blaue Gymnastikbälle rollen über den Platz. Der zweijährige Leon ist der erste, der sich zu den Bällen in das abgesperrte Viereck traut. „Er hat die Bälle schon von weitem gesehen und mich hierhin gezogen“, erzählt seine Mutter lachend. Während Leon auf einem weißen Ball herumturnt, bekommt seine Mutter einen Infoflyer in die Hand gedrückt. „Das ist das Konzept. Wir wollen Aufmerksamkeit schaffen für die Klimawochen Ruhr“, erklärt Fabian Furtak (25), einer der Helfer.

Bei dem tristen Wetter sind nicht viele Menschen unterwegs. Aber die Aufmerksamkeit der vorbeilaufenden Kinder ist den beiden Helfern der Marketingagentur sicher. Die Bälle sind ein Hingucker – und heiß begehrt. Immer wieder kommen Jugendliche und wollen einen mitnehmen. Verschenkt werden sollten die Bälle eigentlich erst zum Ende der Aktion gegen 17 Uhr. Doch schon beim Aufbauen um 13 Uhr schnappen sich Jugendliche ungefragt die weißen und blauen Exemplare und laufen weg. Von den 150 Gummibällen liegen am Nachmittag nur noch etwa 30 auf dem Platz.

Ebenfalls beliebt sind die kleinen Werbetütchen mit Studentenfutter, die sich Vorbeigehende auch gerne mal im Fünferpack mitgeben lassen. Infozettel bleiben da meist auf der Strecke und werden später achtlos auf das Pflaster der Bahnhofsstraße geworfen. Klar, das Thema Klimaschutz ist sperrig. Trotzdem lohnt sich der Blick hinter die Kulissen, findet Wittens Klimaschutzmanagerin Sonja Eisenmann.

Sie rührt neben dem Freiluft-Bällebad fleißig die Werbetrommel für die Klimawoche Ruhr 2016. 150 Veranstalter – von großen Unternehmen bis hin zu Bürgerbewegungen – zeigen in diesem Rahmen, wie ihre Ideen, Lösungen und konkreten Beiträge zum Klimaschutz aussehen. Jede Woche wird der Staffelstab an eine andere Teilregion der Metropole Ruhr weitergereicht. Vom 2. bis 8. Mai ist der Ennepe-Ruhr-Kreis an der Reihe. Auch Witten lädt in dieser Zeit zu vier Veranstaltungen ein. Besonders am Herzen liegt Sonja Eisenmann der Themenabend am Mittwoch, 4. Mai, im Haus Witten. Die Gesprächsrunde steht unter dem Thema: „Energiegenossenschaft und Gemeinwohl-Ökonomie -- was hat das mit Klimaschutz zu tun“.

Sperriges, aber wichtiges Thema

„Es ist ein etwas sperriges Randthema und dennoch enorm wichtig“, erklärt Eisenmann. „Außerdem zeigen wir im Anschluss noch den Dokumentarfilm „Chasing ice“. Eine Passantin wird hellhörig: „Ah, den kenn’ ich. Der ist cool. Da komm ich vielleicht mal vorbei.“

Inzwischen beginnt es auf dem Rathausplatz leicht zu nieseln und ein ungemütlicher Wind treibt die Leute weg von der Straße. Leons Mutter hat Mühe, ihren Jüngsten wieder von den Bällen wegzuziehen. Im Hintergrund warten noch einige Jugendliche darauf, ab 17 Uhr einen Gummiball zu ergattern. Die beiden Helfer Fabian und Lena sind schon ziemlich durchgefroren. Morgen haben sie ihren nächsten Einsatz in Herten und hoffen dort vor allem auf besseres Wetter.

 
 

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