Kleines Café mit großen Chancen

Mit einem Sommerfest feierte der Nachbarschaftstreff "Café Schelle" in der Schellingstraße am Freitag sein zweijähriges Bestehen.
Mit einem Sommerfest feierte der Nachbarschaftstreff "Café Schelle" in der Schellingstraße am Freitag sein zweijähriges Bestehen.
Foto: Michael Korte

Witten..  Der Name ist originell, der Standort weniger: Der Nachbarschaftstreff Café Schelle in der Schellingstraße feierte gestern seinen zweiten Geburtstag.

Da wollen wir mal nichts schönreden - die Gegend rund um die Schellingstraße am äußersten Rand von Witten-Mitte ist eine Plattenbausiedlung mit rund 700 Wohnungen und allen Problemen, die eine Hochhaussiedlung so zu bieten hat. Aber auch mit allen Chancen. Und eine dieser großen Chancen ist das Café Schelle, das jetzt seit zwei Jahren besteht.

Für diesen Nachbarschaftstreff hat die Siedlungsgesellschaft auf eine Wohnung im Erdgeschoss verzichtet und den Raum zur Verfügung gestellt. Petra Klein vom Projekt „Soziale Stadt Annen“ hat Fördergelder in Bund und Land aufgetrieben, das Rote Kreuz, die Aktion Mensch, das Möbelhaus Ostermann und die Glücksspirale haben Geld und Gegenstände für die Innenausstattung beschafft, und aus der ehemaligen Teestube wurde vor zwei Jahren das hübsche Café Schelle.

Gute Seele und Kümmerin

Dafür, dass das alles läuft, und vor allem, dass es gut läuft, dafür ist Stefanie Fink da. Die Diplom-Sozialarbeiterin ist immer nachmittags für die Nachbarn ansprechbar, als gute Seele und Kümmerin im Quartier. Wenn sie Projekte plant, „dann sollen die Nachbarn von vornherein mit eingebunden sein, sie können auch gerne eigene Projekte anstoßen und umsetzen.“

Das lassen sich die beiden großen Wohnungsbaugesellschaften Siedlungsgesellschaft Witten (SGW) und Wohnungsgenossenschaft Witten Ost (WWO) auch gerne etwas kosten; denn, so SGW-Geschäftsführer Uwe Träris: „Wir wollen das Quartier stärken, die Leute sollen im Alter nicht vereinsamen. Für uns ist das auch eine Mieterbindung.“

Hannelore Lopau von der WWO bestätigt das: „Hier ist ein lockeres Zusammentreffen möglich, das kommt uns als Vermietern zugute.“ Wittens DRK-Vorstand Thomas Voß: „Die Leute wollen zu Hause alt werden, und wir versuchen, das möglich zu machen.“ Doch nicht nur Ältere sollen unterstützt werden, betont Petra Klein, „auch die Hausaufgaben-Betreuung für Schüler wird aus der Nachbarschaft organisiert“.

Junge tun etwas für Ältere

Bei so viel Zusammenhalt ist es kein Wunder, dass sich Menschen wie Renate Luchtenberg (72) dort wohl fühlen. Sie ist in der Fichtestraße geboren, was sozusagen um die Ecke ist, wohnt an der Rüdinghauser Straße und geht gern ins Café Schelle. „Mir gefällt das, es ist ein schöner Nachbarschaftstreff. Hier kann man sich mal bei einer Tasse Kaffee austauschen.“

Auch Anwohner Gerhard Schiller (77) ist begeistert: „Was mir ganz besonders gefällt, ist, dass hier junge Leute was für die älteren tun.“

 
 

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