Kleine Kulturexperten im Märkischen Museum

Alina Gummersbach absolvierte während ihres Sozialen Jahres im Märkischen Museum ein Projekt mit Kindern. Diese erhielten zum Abschluß eine Urkunde aber ihr erlerntes “Expertenwissen“ Im Bild: Joyce (5). Foto: Michael Korte / WAZ FotoPool
Alina Gummersbach absolvierte während ihres Sozialen Jahres im Märkischen Museum ein Projekt mit Kindern. Diese erhielten zum Abschluß eine Urkunde aber ihr erlerntes “Expertenwissen“ Im Bild: Joyce (5). Foto: Michael Korte / WAZ FotoPool
Vorschulkinder und Kultur? Das passt auf den ersten Blick nicht zusammen. Alina Gummersbach hat sich vorgenommen, dass in ihrem FSJ zu ändern. Mit den Kindern der Kita Augustinchen besuchte die 20-Jährige die Stadtbücherei und das Märkische Museum in Witten. Und die Kleinen waren Feuer und Flamme für Kultur.

Witten.. Um sich über das richtige Studium klar zu werden, absolviert Alina Gummersbach ein Freies Soziales Jahr (FSJ) in der Stadtbücherei und dem Märkischen Museum. Dazu gehört auch ein Projekt. Die 20-Jährige wollte Kindern aus der Kindertagesstätte Augustinchen Kultur näher bringen – mit Erfolg.

Viermal hat sich die FSJlerin mit den Kleinen aus der Kita Augustinchen getroffen. Nun übergibt sie ihnen ihre Urkunden, die sie als Kulturexperten auszeichnen. Auf Metalltischen kleben Fotos von den Kindern, darunter liegt ein Zettel mit dem jeweiligen Namen. Der sechsjährige Christopher nimmt sein Malbuch, das er von Alina Gummersbach überreicht bekommt, und trägt es mit feierlicher Miene zu seinem Namensschild. Mit seiner Urkunde setzt er sich dann grinsend auf seinen Platz.

FSJ hilft bei der Studiengang-Wahl

Für Alina Gummersbach war die Arbeit mit den Kleinen aufregend, aber auch anstrengend. „Eigentlich haben sie alle toll mitgemacht und waren wirklich interessiert. Aber natürlich quengeln sie auch mal, das gehört in dem Alter einfach dazu“, so die 20-Jährige. Schon nach dem Abi wusste sie, dass sie gerne einen kulturellen Studiengang belegen würde. Aber ganz sicher sein wollte sie sich dann doch. Deswegen schob sie einfach ein FSJ dazwischen. Das Besondere: die Arbeit an zwei Standorten. „Das gibt es eigentlich nicht. Normalerweise hat man nur eine Arbeitsstelle. Ich arbeite in der Stadtbücherei und dem Märkischen Museum abwechselnd.“

Zwei Tage lang war sie mit den Kindern in der Bücherei, zwei Tage im Museum. Es ist der gebürtigen Hattingerin ein Anliegen gewesen, mit Vorschulkindern zu arbeiten, weil diese Zielgruppe schwer erreichbar und relativ unempfänglich für Kultur sei. In der Bibliothek lernten die Kleinen alles über die Ausleihverfahren, dass man einen Ausweis benötigt, um sich ein Buch zu leihen und dass man mit den Büchern vorsichtig umgehen muss. Warum? „Weil ich das Buch wieder zurückgeben muss und es nicht mir gehört“, weiß der sechsjährige Maximilian.

Vorschulkinder auf den Spuren großer Künstler

Die Kinder für das Museum zu interessieren, war für die 20-Jährige schwieriger. Deshalb gab es zunächst einmal eine Führung durch die Ausstellungen. „Die Kinder waren sofort dabei und fragten nach Einzelheiten der Kunstwerke.“ Zum Schluss durften sie sich ein Bild oder eine Skulptur aussuchen, das sie am Schönsten finden. Zwei eindeutige Sieger hat es gegeben: Die Skulptur eines Baumes im Wind von Kirsten Krüger und das Bild voller Spiegel, in denen sich die Kleinen selbst sehen konnten. Der aktive Part gefiel den Vorschulkindern dann doch noch etwas besser. In der Malschule des Märkischen Museums durften sie in ihre Malbücher ihre eigenen Kunstwerke malen. Manche Kinder nahmen sogar die großen Künstler zum Vorbild.

Auf Alina Gummersbach warten noch drei Monate ihres FSJ. Im August ist sie fertig und startet im Oktober ihr Studium. Im Rennen sind Kulturreflexion und Bibliothekswesen. Die 20-Jährige: „Das wird eine sehr knappe Entscheidung.“

 
 

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