Kindheitstraum wird wahr

Die Schüler der Feuerwehr-AG des Schiller-Gymnasiums beim Training auf dem Gelände der Feuerwache an der Dortmunder Straße. Foto: Michael Korte / WAZ FotoPool
Die Schüler der Feuerwehr-AG des Schiller-Gymnasiums beim Training auf dem Gelände der Feuerwache an der Dortmunder Straße. Foto: Michael Korte / WAZ FotoPool

Witten..  In feuerfester Montur neben dem rotleuchtenden Einsatzwagen stehen, Schläuche ausrollen und Leitern hinaufklettern: Einmal richtig Feuerwehr spielen - der Traum vieler Kinder.

Für zehn Schüler des Schiller-Gymnasiums erfüllt sich dieser Traum zur Zeit. Neben den fünf Jungen sind auch fünf Mädchen auf den (Lösch-) Zug der bundesweit ersten Feuerwehr-Schul-AG aufgesprungen.

Der Einfall dazu kam Dr. Prof. Tobias Fieback (33) von der Löscheinheit Heven. „Wir haben immer Schwierigkeiten, Nachwuchs zu finden und sind deshalb auf die AG-Idee gekommen“, so der Brandbekämpfer aus Leidenschaft. Bei Schiller-Schulleiter Gerhard Koch (60) fand er zwei offene Ohren - zum großen Glück der zehn Jugendlichen. Einmal die Woche und an mehreren Samstagen treffen sich die Oberstufenschüler mit ihren Übungsleitern. Einen Teil der Ausrüstung stellt die Feuerwehr Witten den Abiturienten für das halbe Jahr der Ausbildung zur Verfügung, Schuhe und Handschuhe wurden ihnen sogar geschenkt. „Mit meiner Jacke kann ich zwölf Sekunden im Feuer stehen“, sagt Isabell Andree (18) und streift sich dabei die etwas zu große Jacke über.

Seit den Sommerferien haben die Schüler schon viel gelernt: „Die Gesetze waren sehr spannend: Im Notfall darf ein Feuerwehrmann die Freiheit eines Menschen außer Kraft setzen“, so Ertugrul Karagöz (18) verblüfft.

Die Gesetzeslehre ist genauso Bestandteil des AG-Programms, wie ein ausführlicher erste Hilfe-Kurs, den die Fahranfänger auch für den Straßenverkehr gut gebrauchen können. Aber Mühe und Spaß lohnen sich: Am Ende des halben Jahres machen die Gymnasiasten eine Prüfung. Sie haben dann dieselbe Ausbildung wie ein freiwilliger Feuerwehrmann. „Wir hoffen natürlich, dass einige danach in eine Löscheinheit eintreten“, so Ideengeber Tobias Fieback.

Roman Romanschenko ist derartig begeistert, dass er nach dem Abitur womöglich zur Berufsfeuerwehr gehen möchte. „Man hilft Menschen, die sich selber nicht mehr helfen können“, so der 19-Jährige. Dies liegt nahe an der Vorstellung, die Schiller-Schulleiter Gerhard Koch mit der AG verbindet: „Es ist uns wichtig, dass die Schüler zu verantwortlichen Bürgern unserer Gesellschaft werden“, sagt der 60-Jährige. Er wirkt dabei so, als wäre er gerne früher selbst in einer solchen AG gewesen.

Jessica Meckler und Felix Fiebig (beide 19) sind von den klar strukturierten Übungen beeindruckt. „Die Gruppe schlägt sich echt super - vor allem das Leiterklettern war klasse“, so Fieback stolz. Bis in den dritten Stock sind die Jugendlichen geklettert - wenn das nicht erst der Anfang auf ihrer späteren Karriereleiter bei der Feuerwehr war.

 
 

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