Kinder machen Theater

Einmal in der Woche wird es laut im Café Leye. Seit April erproben sich hier junge Menschen, die vom Jugendamt betreut werden, im Theaterspielen.

Wild flitzen die Kinder und Jugendlichen auf der Bühne herum. „Eine ganz normale Theaterprobe eben“, lacht Dorit Remmert von der Projektfabrik. Das Theaterprojekt entstand aus einer Kooperation des Jugendamtes mit dem Stellwerk und der Projektfabrik. Seit 1976 bietet das Jugendamt Kindern im Alter zwischen sieben und 15 Jahren eine soziale Gruppenarbeit an. Ein freiwilliges Angebot, das bei der Überwindung von Entwicklungsschwierigkeiten und Verhaltensproblemen helfen soll.

„Es ist eine Herausforderung für die Kinder und Jugendlichen und ein harter Weg, den sie mitunter gehen. Sie müssen erst lernen, kontinuierlich an etwas dran zu bleiben“, sagt Projektleiterin Remmert. Eine Ausdauer, die den jungen Menschen im normalen Leben oft fehlt. „Es ist einfach wichtig, mal rauszukommen. So lernen die Kinder ihre Umgebung und ihr soziales Umfeld kennen“, betont Remmert.

Immer ein Ziel vor Augen

Noch üben die „Jungschauspieler“ das Theaterspiel getrennt: die Kleinen im Café Leye, die Älteren in der Kneipe „Knut’s“. „Am Ende werden sie aber zusammengeführt zu einem großen Ganzen“, erklärt Remmert.

Ende Februar soll das jetzt geprobte Bühnenstück „Durch den Sturm nach Hause“ im Café Leye aufgeführt werden. Ein Stück, das auch symbolisch für die Kinder steht. Nicht nur, weil es in den Proben stürmisch zugeht. „Die Kinder durchleben einen Prozess mit vielen Tiefen und wenigen Höhen“, sagt Alice Aischa Knuf.

Die Theaterpädagogin betreut die Kindergruppe und hofft, dass die Aufführung für die jungen Talente ein Erfolgserlebnis wird. „Im Theater arbeitet man immer mit einem Ziel vor Augen“, so Dimitri Schwartz, der mit den Älteren probt. „Für die Kinder ist es ein großer Schritt – egal, wie viele Steine auf ihrem Weg bis zur Aufführung liegen.“

Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.