Kinder lernen Gefahren spielerisch kennen

Polizeioberkommissar Achim Vetter erklärt Oma Inge Hemsoth und Lukas die Sicherheit der Kinderfahrradhelme Foto: Joachim Hänisch / WAZ FotoPool
Polizeioberkommissar Achim Vetter erklärt Oma Inge Hemsoth und Lukas die Sicherheit der Kinderfahrradhelme Foto: Joachim Hänisch / WAZ FotoPool
Foto: Haenisch / waz fotopool

Witten.. Den toten Winkel beachten und sich umgucken, bevor man die Straße überquert. Im Straßenverkehr ist einiges zu beachten, vor allem für Kinder.

Bei „Hörnis Spiel- und Übungstag“ des Kinder-Verkehrs-Clubs am Wochenende im Novum-Zentrum konnten die Kleinen und ihre Eltern etwas dazulernen.

Besonders um die Sicherheit mit dem Fahrrad drehen sich viele Spiele. Da wird ein Ei in einen Mini-Styroporhelm gelegt, um den Kindern zu zeigen, dass es mit Helm nicht kaputt geht. Mit dem Elektro-Motorrad kann man Slalom fahren und mit Playmobil-Figuren erklärt man den Kindern den toten Winkel.

Mit Laufzetteln, auf denen die einzelnen Stationen vermerkt sind, möchte die Verkehrswacht die Kinder animieren, so viele Aktionen wie möglich mitzumachen. Jutta Kemper (43) und ihre fünfjährige Tochter Lilly haben sich einen Laufzettel besorgt und probieren alles aus. Manche Übungen sind nur etwas für Erwachsene. So wie die Brille, die einen Promillewert von 1,3 vorgaukelt. „Das ist schon echt heftig. Man torkelt über die Plane und denkt, man trifft die Markierungen gut. Aber eigentlich überschätzt man sich total“, meint Jutta Kemper.

Ihre Tochter krabbelt lieber durch einen langen orangenen Schlauch, die sogenannte Raupe. Der Geschäftsführer der Kreisverkehrswacht EN Volker Köhler meint, dass Spaß zu dem Übungstag dazugehört. „Sonst lernen die Kleinen nicht viel, weil ihnen schnell die Lust vergeht.“ Ob sich die Zahl der Verkehrsunfälle mit Kindern durch solche Aktionstage verringert hat, ist schwer festzustellen.

„In der Statistik werden Unfälle, die es nicht gibt, nun einmal nicht vermerkt“, erklärt der 68-Jährige. Natürlich hofft er, dass die Verkehrswacht durch Übungstage dazu beiträgt, dass weniger Unfälle passieren und alle Beteiligten besser aufpassen. Um Autofahrern die Gefahren aufzuzeigen, was ein zu schnelles Auto anrichten kann, können die Erwachsenen einen Reaktionstest machen.

Achim Vetter von der Verkehrswacht erklärt die Übung. Man bedient zwei Pedale und wenn ein rotes Licht aufleuchtet, muss man bremsen. „Wer innerhalb der Reaktionszeit von einer halben Sekunde liegt, hat bei 50 km/h einen 20 Meter langen Bremsweg“, so der 63-Jährige. Auf diesen Metern kann man das Hindernis, im schlimmsten Fall den Menschen, schon erfasst haben.

Wer alle Stationen absolviert, bekommt noch ein Überraschungsei. Hier ist kein Helm nötig, denn: Zerbrechen erwünscht.

 

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