Keine Zeit zum Saubermachen

Sie packte an: Erzieherin Natalie Ohm entfernte vor der Stadtgalerie Zigarettenkippen und Unrat. Ada  (li.) und Umut schauten zu. Insgesamt fand die Putzaktion nur mäßige Resonanz bei den Wittenern. Foto: Walter Fischer / WAZ FotoPool
Sie packte an: Erzieherin Natalie Ohm entfernte vor der Stadtgalerie Zigarettenkippen und Unrat. Ada (li.) und Umut schauten zu. Insgesamt fand die Putzaktion nur mäßige Resonanz bei den Wittenern. Foto: Walter Fischer / WAZ FotoPool
Foto: Walter Fischer

Witten.. Frühlingshaftes Wetter, da sollte nicht nur die Wohnung glänzen, sondern auch die Stadt. Aber die Mitmachaktion „Witten putzt sich raus“ verlief am Samstagvormittag größtenteils schleppend.

An mehreren Ständen in der City konnten sich Teilnehmer gratis Eimer, Handfeger und Gartenkrallen abholen. Jeder, der mitmachen wollte, nahm außerdem durch einen ausgefüllten Handzettel an einer Verlosung teil.

Dass die Aktion eher mäßige Resonanz bei den Wittenern fand, lag nach Meinung von Stadtmarketing-Mitarbeiter Thomas Schmidt am guten Wetter und der knapp bemessenen Zeit der Mitbürger. „Viele kommen zu den Ständen, finden die Idee klasse, aber machen wollen es nur wenige“, so Schmidt. Viele Passanten würden sich lauthals über Hundehaufen und weggeworfene Kippen beschweren. „Aber die Schuld dafür geben sie dann meistens den anderen“, meint Schmidt.

Bei den Erzieherinnen Natalie Ohm (23) und Annika Tönnishoff (18), die sich mit ihrem Stand vor der Stadtgalerie postiert haben, sieht die Lage ebenfalls schlecht aus. Nach zweieinhalb Stunden konnten sie nur sechs Eimer unter die Leute bringen. Eine der Putzwilligen ist die 12-jährige Lara, die sich zwei der Tüten für Hundehaufen einsteckt. „Wir haben einen Hund und ich finde es widerlich, wenn ich sehe, dass andere Besitzer ihre Tiere überall hin machen lassen“, meint Lara.

Ihr Hund mache so etwas nicht. Und wenn doch, habe die Familie die Tüten dabei. Die beiden Erzieherinnen haben oft erlebt, dass die Passanten zwar interessiert am Stand nachfragen, aber wenn die Erklärung folgt, winken sie ab. „Viele sind in Eile und wollen schnell einkaufen. Da bleibt nicht viel Zeit übrig, um die Stadt ein wenig aufzumöbeln“, erklärt Natalie.

Anders sei die Situation vor der Sparkasse an der Ruhrstraße gewesen, so Stadtmarketingchef Robert Lohkamp. Die dort für die Passanten bereit gehaltenen 60 Eimer seien nach drei Stunden weg gewesen, erzählt er. Und er ergänzt: „Viele Leute haben Zettel mitgenommen, um die Idee in ihrer Stadt vorzustellen.“ Andere hätten Eimer mitgenommen und gesagt, sie würden sie nutzen, um später zu putzen.

Insgesamt gab es an diesem Tag 250 Eimer. Auch wenn die Putzaktion mäßig verlief, können diejenigen, die einen Eimer genommen haben, von sich sagen: „Wir haben Witten heraus geputzt.“

 

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