Karmelitinnen besuchen den Hohenstein

Zur Neueröffnung des Lehrbienenzentrums am Hohenstein kamen auch Karmelitinnen aus dem gleichnamigen Kloster in Annen vorbei. Schwester Margarita und Leiterin des Zentrums Hela Mikkin sind Mitglieder im Imkerverein Herdecke-Ende. Foto: Walter Fischer / WAZ FotoPool
Zur Neueröffnung des Lehrbienenzentrums am Hohenstein kamen auch Karmelitinnen aus dem gleichnamigen Kloster in Annen vorbei. Schwester Margarita und Leiterin des Zentrums Hela Mikkin sind Mitglieder im Imkerverein Herdecke-Ende. Foto: Walter Fischer / WAZ FotoPool
Foto: Walter Fischer

Witten.. Zur Neueröffnung des Lehrbienenzentrums am Hohenstein kamen besondere Gäste: Drei Schwestern des Karmelitinnenklosters in Annen schauten kurze Zeit vorbei. Die Nonnen verlassen ihr Kloster selten und nur zu besonderen Anlässen.

In ihrem langen Gewand und mit einer Regenjacke geschützt, steht Schwester Maria Theresia an einem Stand, an dem man sich seine eigene Kerze aus Bienenwachs herstellen kann. Sie und Schwester Margarita arbeiten als Imkerinnen im Kloster. Deswegen durften sie gemeinsam mit ihrer Priorin Schwester Anna Maria zur Neueröffnung des Lehrbienenstandes auf dem Hohenstein kommen.

Die Kerzen werden bei dem kleinen Fest mit der Hand gerollt und geknetet, im Kloster ziehen die Schwestern die Kerzen. „Das ist einfacher und nicht ganz so aufwendig“, erklärt Schwester Margarita. Sie findet es toll, dass das Lehrbienenzentrum wieder in Stand gesetzt worden ist. Eigentlich leben die Nonnen in Klausur, das bedeutet, sie bleiben unter sich in ihrem Kloster. Priorin Anna Maria denkt aber, dass man zu besonderen Anlässen Ausnahmen machen sollte. „Den beiden Schwestern hat es sehr viel bedeutet hierher zu kommen, also wird es ihnen natürlich auch gestattet. Dass alle Nonnen gleichzeitig herkämen, wäre allerdings undenkbar.“

Dass die beiden Imkerinnen bei der Neueröffnung auf einige bekannte Gesichter stoßen, bleibt nicht aus. Denn die Karmelitinnen sind im Imkerverein Herdecke-Ende engagiert und ihr Honig ist über die Grenzen des EN-Kreises bekannt. Schwester Margarita erklärt: „Unser Honig wird komplett ohne Chemikalien hergestellt. Wir benutzen nur Ameisensäure, um Schädlinge zu bekämpfen.“ Acht Bienenvölker leben bei den Schwestern. Im Jahr produzieren sie rund 250 Kilogramm Honig.

Am Lehrbienenstand Hohenstein leben zur Zeit zwölf Völker, die von Imker Carsten Fröse (48) betreut werden. Das Gebäude des Zentrums wurde komplett renoviert und im Gegensatz zu früher, als die Bienen noch in einem Zimmer ihren Stock hatten, leben sie nun draußen hinter dem Holzhaus. „Sie sind von der Natur so geschaffen, dass sie es aushalten können, wenn Schnee fällt und es kalt wird“, erklärt Imker Fröse.

Insgesamt haben die Renovierungsarbeiten 25 000 Euro gekostet, die durch Sponsoren finanziert worden sind, so Hela Mikkin vom Imkerverein Herdecke-Ende. Bei der Neueröffnung tummeln sich Kinder mit ihren Eltern und es gibt Honig in rauen Mengen. Wer die Hand auf die Oberfläche des Bienenstocks legt, kann sogar die Vibration spüren, die durch das Summen der Bienen erzeugt wird.

Nach einer Stunde gehen die Nonnen zurück ins Kloster. Priorin Anna Maria erklärt: „Der offizielle Teil ist vorbei und für uns gibt es keinen Grund mehr, zu bleiben.“ Ruhig wird es im Kloster allerdings nicht sein. Denn die Schwestern haben viel von ihrem Ausflug zu erzählen.

 

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