Junge Wittener begeistert vom Konsolenkind

Bei der Abschlussveranstaltung des Projekts „Konsolenkind“ in der Werkstadt: (v.l.) Nils (11), Schorsch (11), Adrian (12) und Elias (12).
Bei der Abschlussveranstaltung des Projekts „Konsolenkind“ in der Werkstadt: (v.l.) Nils (11), Schorsch (11), Adrian (12) und Elias (12).
Foto: WAZ FotoPool
Das Projekt Konsolenkind förderte Fantasie und Kreativität der Teilnehmer. Es endete jetzt mit einem großen Spiele-Nachmittag und anschließender Party in der Werkstadt. Da ging es ganz schön bunt zur Sache.

Witten.  Verkehrte Welt? Fasziniert sitzen Kinder in der Werkstadt und schauen Erwachsenen beim Spielen zu. Aber so etwas ist ein gar nicht mehr junger Trend aus dem Internet: „Let’s play“ heißt das und ist populär zum Beispiel auf Youtube, wo sich Spieler beim Zocken aufnehmen und ihr Agieren kommentieren.

Das „Let’s play“ der Gruppe „LpDasBacon“ ist dann auch einer von vielen Höhepunkten während des „Level 3“ genannten Abschlusses des Konsolenkind-Projektes von und mit Oliver Kretsch­mann. An den zwei Wochenenden zuvor hatten Kinder und Ältere zusammen Roboter gebaut, die sie jetzt präsentieren: Von einem Fahrer bewegt, rollen sie durch die Gänge und übertragen Webcam-Bilder an Wände und ins Internet.

Brausepulver zu gewinnen

Mitgebaut hatten die Erwachsenen Hans Tannheiser und Heinrich Müther-Scholz, die auch darauf achteten, dass beim Bohren und Schrauben nichts schief ging. Hans Tannheiser ist nun bei Level 3 auch fürs Brausepulver zuständig: Wer 13 QR-Codes mit seinem Smartphone untersucht, kann anhand der so gefundenen Bilder ein Worträtsel lösen und einen Zehnerpack der prickelnden Süßigkeit gewinnen.

In einem Raum hat Yochanan Rauert sein Equipment aufgebaut. Mit analogen Videoeffektgeräten wandelt der Münsteraner Musik in Bilder um. Sonst sei er als Videojockey, kurz VJ, viel unterwegs, berichtet der 33-Jährige. Schon vor zehn Jahren bastelte er sich selbst einen Synthesizer. Allerdings studiert er nicht etwa Elektrotechnik: „Nein, Germanistik“, muss er lächeln. Vier eigene Beamer hat er nach Witten mitgebracht, die im Dunklen ihre Wirkung entfalten.

Zahllose Dinge zum Ausprobieren

Videokunst zum Mitmachen bietet das Team von Lichtgestalten-Tagtool an. Christian Spieß erklärt seinen Zuhörern, wie mit dem Tagtool Marke Eigenbau Buchstaben und eigene Zeichnungen verfremdet, geformt und an eine Wand geworfen werden.

Für Kinder interessant sind die zahllosen Mitspielgelegenheiten: Retrogames und Klassiker stehen an Laptops, alten und neuen Konsolen bereit und werden auch viel ausprobiert. Für den jungen Cedric, auf Youtube unter dem Namen mosmondDE unterwegs, ist allerdings etwas anderes spannender: „Die Let’s-player sind cool“, findet er. Nach dem Konsolenkind-Projekt will er noch dieses Jahr einsteigen und eigene Videos veröffentlichen.

Oliver Kretschmann war nicht nur als Organisator aktiv, der Künstler zeigte auch, wie man mit Licht malt und mit Langzeitbelichtungen experimentiert. Mit dem dreiwöchigen Projekt war er zufrieden. Möglicherweise könnte es, wenn sich eine Finanzierung findet, bald wiederholt werden, sagte er. Die Spieler werden sich jedenfalls nicht aus den Augen verlieren: „Im Werkstadt-Treff ist einmal im Monat Gaming Night, da kann man sich treffen“, erklärte er. Der nächste Termin stünde aber noch nicht fest.

 
 

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