Jugendliche löchern fünf Wittener Politiker mit ihren Fragen

Trafen sich am Rande des Drachenbootrennens für die Aktion „Jugend fragt Politik“: Fünf Wittener Politiker
Trafen sich am Rande des Drachenbootrennens für die Aktion „Jugend fragt Politik“: Fünf Wittener Politiker
Foto: Biene Hagel
Mehr Loopingrutschen, längere Schulferien, aber auch müllfreie Spielplätze – Jugendliche erzählen Wittener Ratsmitgliedern ihre Wünsche und Sorgen.

Witten.  Politiker im Schwitzkasten: Für die Aktion „Wie geht’s – Jugend fragt Politik“ traten am Samstag,11. Juni, etwa 50 Kinder und Jugendliche gegen fünf Wittener Politiker an. Sie maßen sich in Sport- und Geschicklichkeitsübungen. Ins Schwitzen kamen die Ratsmitglieder hierbei vor allem durch die Fragen, die die 8- bis 13-Jährigen ihnen stellten: „Wie entsteht Krieg?“ und „Was macht eigentlich ein Stadtrat?“

„Bei einigen Fragen kommt man tatsächlich ganz schön ins Grübeln“, sagt Jürgen Wolf (Die Linke). Also denn, Herr Wolf, wie entsteht denn nun Krieg? „Ich habe versucht, meine Antwort soweit herunterzubrechen, dass die Kinder mich verstehen; Krieg also mit dem Streit zwischen zwei Menschen verglichen.“

Verschiedene Stationen im Gewinnspiel

An zehn Stationen konnten die Jugendlichen am Samstag Punkte sammeln. Zusammen mit Helfern des THW sägten sie etwa einen Baumstamm durch oder balancierten eine Kugel mithilfe von zwei Holzstäben über einen schmalen Steg. Am Ende lockten Kinokarten, Café-Gutscheine und Kurse im Stand-up Paddling.

Wer einen Preis abräumen wollte, musste auch zwei Politikerpunkte sammeln. Die gab es nur durch ein Gespräch mit Joris Immenhauser (Die Grünen), Kevin Jakubowski (CDU), Stefan Borggraefe (Piraten), Roland Löpke (Piraten) oder eben Jürgen Wolf (Die Linke). „Unser Ziel war es, dass die Kinder in Kontakt mit den Politikern kommen und merken, dass das ganz normale Menschen wie Du und Ich sind“, sagt Anna Fuhr von der Sportjugend des Kreissportbundes, die die Aktion mitorganisiert hat.

Eine verständliche Antwort zu finden war für die Politiker oft nicht einfach. So wie für Roland Löpke von den Piraten auf die Frage, was denn ein Stadtrat mache. Das wollte Levi (8) wissen. Noch viel mehr interessierte den Grundschüler aber, ob er Angst haben müsse, dass „sein“ Spielplatz an der Dorfstraße bald abgerissen wird. „Der Spielplatz kommt nicht weg“, beruhigte Löpke und zeigte sich erfreut, dass Levi und seine Freunde den Platz säubern wollen. „Wir würden das sogar selber machen“, so Levi. „Die Erwachsenen sollen uns nur helfen.“

Wunschzettel an die Ratsmitglieder

Am Ende des Tages empfanden es alle Erwachsenen als große Bereicherung, was die Kinder an Wünschen und Sorgen äußerten. Kevin Jakubowski (CDU) freute sich über den Vorschlag, Busse mit Wlan auszustatten oder neue Freizeitmöglichkeiten wie einen Kletterpark in Witten aufzubauen. „Wir werden uns auf jeden Fall mit diesen Anregungen beschäftigen. Vor allem mit dem Wunsch nach einem größeren Wlan-Angebot. Denn das versuchen wir schon länger umzusetzen und fühlen uns nun bestätigt.“

Den Wunschzettel der Kinder und Jugendlichen wollen die Organisatoren des Jugendrings und des Kreissportbundes nachträglich an Bürgermeisterin Sonja Leidemann weiterleiten. Wir dürfen also gespannt sein, ob es bald nicht nur Wlan in Bussen und einen Kletterpark in Witten gibt, sondern auch mehr Loopingrutschen auf den Spielplätzen und längere Grünphasen für die Fußgängerampeln vor den Schulen.

 
 

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