Internetbetrug: Auch Opfer aus Witten betroffen

Dennis Sohner
Vorsicht im Internet: Viele Nutzer kaufen und verkaufen Waren zum Beispiel im Internetauktionshaus Ebay. Die Polizei rät zum Versand mit Einschreiben.
Vorsicht im Internet: Viele Nutzer kaufen und verkaufen Waren zum Beispiel im Internetauktionshaus Ebay. Die Polizei rät zum Versand mit Einschreiben.
Foto: dpa
Geschädigte des mutmaßlichen Internetbetrügers aus der Ruhrstadt kommen aus ganz Deutschland. Darunter ist auch ein Opfer aus Witten.

Witten.  Mittlerweile wird das ganze Ausmaß der Internetbetrügereien deutlich, die ein Wittener begangen haben soll: Die mutmaßlichen Opfer des 28-Jährigen kommen aus ganz Deutschland – mindestens drei aus dem Ruhrgebiet, eines aus Witten.

Der Ruhrstädter sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft. Er war in seiner Wohnung festgenommen worden. Die Polizei hält ihn für „dringend tatverdächtig“, etliche Personen um viel Geld gebracht zu haben. Die Opfer kämen aus Stuttgart, Esslingen, Aalen (Baden-Württemberg), Landshut, Passau (Bayern), Ingelheim (Rheinland-Pfalz), Achim (Niedersachsen) und Velbert, Neuss, Essen, Bochum und Witten (NRW). In Velbert sollen zwei Personen vom Wittener übers Ohr gehauen worden sein. „Vielleicht ist das nur die Spitze des Eisberges“, glaubt Polizeisprecher Volker Schütte. Dafür, dass die Geschädigten auch wirklich Opfer des 28-Jährigen sind, sprächen die Indizien „sehr, sehr stark“.

Masche mit Handtaschenverkauf

Dem Wittener werden sogenannte „PayPal-Dreiecksbetrüge“ vorgeworfen. Über „PayPal“ werden Internetbezahlungen abgewickelt. Auf der Seite eines Internetauktionshauses bot der 28-Jährige nach Angaben der Fahnder unter anderem eine Handtasche im Wert von 600 Euro an. Dem Käufer der Tasche gab er demnach eine PayPal-E-Mailadresse vom Verkäufer eines Handys (ebenfalls 600 Euro), die der Wittener eigentlich zur Bezahlung des Handys erhalten hatte. Nun bezahlte der Handtaschenkäufer 600 Euro an den Handyverkäufer. Dieser schickte nach dem Zahlungseingang das Mobiltelefon an die Adresse des Witteners, der es gar nicht bezahlt hatte. Weil der Handyverkäufer das Geld zurückzahlen musste, das Telefon aber nicht wieder bekam, blieb er auf den Kosten sitzen. Gegenstand der Fälle sollen öfter Tasche und Handy gewesen sein, aber nicht immer.

Tipps der Polizei

Die Polizei rät, bei Internetgeschäften vorsichtig zu sein. Der Warenversand solle stets mit einem Versandbeleg an die Adresse erfolgen, die auch auf der Seite „Transaktionsdetails“ auftauche. Aufforderungen, eine Ware an andere Adressen zu schicken, solle man ablehnen. Bei Überweisungseingängen soll man den Verwendungszweck überprüfen. „Sollte jemand Opfer dieser Masche geworden sein, sollte er umgehend Strafanzeige stellen“, rät Polizeisprecher Schütte.