Internet-Portal vermittelt Vertretungen für die Elternzeit

Bayram Oruç von der Uni Witten/Herdecke hat ein Internet-Portal für Elternzeitvertretungen gegründet.
Bayram Oruç von der Uni Witten/Herdecke hat ein Internet-Portal für Elternzeitvertretungen gegründet.
Foto: Funke Foto Services
  • Ein Student der Uni Witten hat ein Portel für Elternzeitvertretungen entwickelt
  • Online können Firmen ihre Jobangebote einstellen und so freie Stellen rasch neu besetzen
  • Personalchefs zeigten sich von der Idee begeistert. Rund 100 Stellen sind online

Witten.. Bis ein Baby auf die Welt kommt, dauert es in der Regel etwa neun Monate. Für Arbeitgeber aber kommt es dennoch manchmal sehr plötzlich: „Da ist dann von heute auf morgen eine Stelle unbesetzt – und man findet nur schwer einen Ersatz“, sagt Bayram Oruç. Mit einem neuen Internet-Portal will der Student der Uni Witten/Herdecke da Abhilfe schaffen: Die neue Seite Elterzeitvertretungen.de vermittelt Arbeitnehmer auf Zeit.

Personalchefs begeistert

Das neue Programm funktioniert in etwa so wie seine „großen Brüder“, die bekannten Job-Portale, auf denen Firmen ihre offenen Stellen bewerben. Ein spezielles Angebot für das Thema Elternzeit habe es bislang aber nicht gegeben, so der Student der Wirtschaftswissenschaften. Diese Lücke wollte der 24-Jährige schließen und stieß mit seiner Idee auf große positive Resonanz: „Ich habe hunderte Personalchefs angeschrieben und gut 60 Prozent von denen waren sehr interessiert.“

Für die Firmen, so erfuhr Oruç bei der Recherche für seine Gründungsidee, sind die Elternzeitvertretungen nämlich ein großes Problem: Die Stelle werde oft sehr kurzfristig frei und sei durch die Befristung – manchmal nur ein paar Monate, manchmal bis zu drei Jahre – für viele Arbeitnehmer nicht besonders interessant. „Viele Firmen versuchen das intern zu regeln“, erklärt der 24-Jährige. Und manche würden, wenn das nicht klappt, auf Zeitarbeitsfirmen zurückgreifen. „Damit waren sie aber oft nicht zufrieden.“

Für Arbeitnehmer kostenlos

Mit dem neuen Portal können Firmen nun ganz gezielt Anzeigen für ihre freien Elternzeit-Stellen schalten – „mit 250 Euro sehr günstig“, wie Oruç versichert – und Interessenten ebenso gezielt nach Jobs suchen: Für sie ist der Service kostenlos. Aber er kann sich durchaus bezahlt machen. „Da sollte man keine Berührungsängste haben: Eine Elternzeitvertretung kann sehr förderlich für die Karriere sein“, so der Gründer. Egal ob Wiedereinstieg nach einer Pause oder Neueinstieg in eine andere Branche: Eine Vertretung sei ein gutes Trittbrett fürs Berufsleben – „und allemal besser als ein schlecht bezahltes Praktikum“.

50 bis 100 Stellen aus ganz Deutschland sind derzeit im neuen Portal online, täglich werden sie von Oruç durchgesehen und aktualisiert. Noch macht er das von Hand und sucht die Stellen selbst im Netz zusammen. Denn die Firmen haben zwar großes Interesse signalisiert, aber noch keine Anzeigen geschaltet: „Das ist ja das Problem bei diesem Thema: Die Vakanzen sind nicht planbar“, so der Wittener. Er ist aber guter Hoffnung, dass sich seine Idee durchsetzen wird: Rund 100 Besucher zählt er schon täglich auf der neuen Seite. „Und einer 1 Million Babys pro Jahr ist da immer Bedarf.“

 
 

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