In der Kürze liegt die Würze

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Unter dem Pseudonym Peter Coon hat ein 48-jähriger Wittener sein erstes Buch herausgebracht. „Märzchen im November“ heißt der Band, der im Selbstverlag bei „Books on Demand“ erschien und 14 Kurzgeschichten enthält: „Dreizehn nicht unerhebliche Erzählungen und eine nur so zum Spaß.“

Seinen richtigen Namen möchte Peter Coon, der mit seiner Familie in Witten lebt, der Öffentlichkeit – vor allem im Internet – nicht verraten. Das Pseudonym aber begleitet ihn seit seiner Kindheit. Ein Onkel gab ihm den Spitznamen „Coon“, der aus Karl Mays Winnetou stamme, so der 48-Jährige.

Ursprünglich war Peter Coon Elektrotechniker, hat Jahre als freiberuflicher Programmierer gearbeitet, später als Tontechniker und Grafikdesigner. Doch geschrieben habe er schon im Jugendalter nebenbei. In den letzten fünf Jahren aber widmete er sich vor allem den Kurzgeschichten. „Ich habe angefangen, sie bei Wettbewerben einzureichen“, so Peter Coon. Mittlerweile gebe es zahlreiche Wettbewerbe, die sich an Hobbyautoren richteten. Bei einigen konnte Coon sogar Preise gewinnen.

„Meistens werden Thema und Länge vorgegeben“, sagt er. „Das mache ich sehr gerne, weil oft Themen dabei sind, die mir selbst gar nicht einfallen würden.“ Viele der Kurzgeschichten im Buch stammen von solchen Wettbewerben. Die Kurzgeschichte „Abgedrängt, umgelenkt, gebrochen“ beispielsweise wurde zum kreativen Thema „Prisma“ verfasst. Sie handelt von drei Menschen, deren Leben bis zum Unglück auf der „Ramstein Air Base“ parallel wie Lichtstrahlen verliefen und nach dem Unglück gebrochen wurden.

Fast alle Geschichten im Buch haben diesen sehr ernsten Ton, regen an, über das Leben neu nachzudenken. Nur eine ist „nur zum Spaß“: Ein Beitrag über das Glück, „ein Thema, zu dem jedem etwas einfällt“, meint der 48-Jährige. Das Besondere an der Gattung der Kurzgeschichte aber sei, dass alles auf den Punkt sitzen müsse, sagt Peter Coon.

Durch das Kürzen erfahre jedes Wort eine besondere Bedeutung. „Die Erzählungen werden dichter. Deswegen glaube ich, sind Kurzgeschichten eine sehr intensive Form der Literatur.“ 14 dieser intensiven Erzählungen vereint „Märzchen im November“. Auf eine von ihnen bezieht sich der Titel. „Da sollen die Leser sich überraschen lassen.“

 
 

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