Im Krankenhaus hörte er Schüsse

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Witten.. Er hörte Schüsse und sah mit eigenen Augen manches Opfer. Jetzt ist Christian Schuh (30) vom DRK wohlbehalten von seinem Hilfseinsatz im Mirwais-Krankenhaus im afghanischen Kandahar zurückgekehrt.

Der gelernte Kinderkrankenpfleger half in der größten Klinik der Region aus. Er half bei der Schulung des Pflegepersonals, getreu dem Motto des DRK „Hilfe zur Selbsthilfe“. Es war bereits das zweite Mal, dass er vom Internationalen Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) für Afghanistan angefordert wurde. „Da ich schon mal vor Ort war, wusste ich von den Zustände und Aufgaben im Land.“

Christian Schuh profitierte auch persönlich von seinem Einsatz im Krisengebiet. „Ich habe genauso viel von den Einheimischen gelernt wie sie von mir“, erzählt der ehrenamtliche Helfer. Er sei durch die Arbeit in Afghanistan viel geduldiger geworden. Die Problem im deutschen Krankenhausalltag hätten sich relativiert. „Die 94 Betten auf der afghanischen Kinderstation sind teilweise mit bis zu 130 kleinen Patienten belegt. Da kommen einem die Zustände in deutschen Krankenhäusern wirklich luxuriös vor.“

Christian Schuh war insgesamt fünfmal für das Deutsche Rote Kreuz und den Roten Halbmond im freiwilligen Auslandseinsatz. Er arbeitete auch schon auf den Philippinen, in Haiti und Simbabwe. „Wir haben aktuell fünf Helfer, die für Katastrophen ausgebildet sind. Drei davon waren bereits im Einsatz“, erklärt Thomas Voß, Vorstand des DRK-Kreisverbandes Witten.

Die Idee sei es, Helfer außerhalb von Katastrophenzeiten auszubilden, um sie dann während einer Notlage einsetzen zu können, erklärt Voß. In Japan seien derzeit keine Kräfte im Einsatz. Es gebe Anfragen vieler besorgter Bürger, die selbst helfen wollten. „Am besten kann man das tun, indem man Geld für den Wiederaufbau spendet“, so Voß.

Dass im Erdbebengebiet bisher keine Helfer vom DRK angefordert worden sind, erklärt Christian Schuh damit, dass das Japanische Rote Kreuz sehr gut aufgestellt sei und sich schon länger mit der Gefahr von Beben befasse.

Die Projekte des DRK sind , so Thomas Voß, auf Nachhaltigkeit angelegt. „Unsere Einrichtungen gibt es auch noch, wenn die Soforthilfe wieder abgezogen wurde.“

 
 

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