Ideenfindung im Doppelpack

Wittens Kreative, Reinald Assheuer mit Sängerin Heike Becking.
Wittens Kreative, Reinald Assheuer mit Sängerin Heike Becking.
Foto: WAZ FotoPool
Hinter dem „Maschinchen Buntes“ stecken Reinald Assheuer und Heike Becking. Künstlerisch aktiv waren beide schon lang vor Gründung des Kulturvereins

Witten..  Lange bevor sie sich als kreatives Duo zusammenfanden, waren Reinald Assheuer und Heike Becking bereits einfallsreiche Künstler - nur eben jeder für sich. Für Ede, wie Reinald Assheuer genannt wird, war es immer die Musik. Heike Becking stand schon als junges Mädchen als Schauspielerin auf der Bühne. Heute sind die beiden die Ideengeber und Strippenzieher hinter der Kneipe „Maschinchen Buntes“ und dem gleichnamigen Kulturverein.

Dabei musste sich Gitarrist Ede anfangs mächtig ins Zeug legen, bevor seine musikalische Ader erkannt wurde. Während sein Bruder seine erste Gitarre von den Eltern geschenkt bekam, hieß es für Ede: „Du bist doch total unmusikalisch.“ Die erste Gitarre kaufte er sich selbst, „für 80 Mark von der Band ‚Krauts’“.

Danach ging es für den 55-Jährigen mit der musikalischen Karriere bergauf. Zunächst ging er mit der Schlagerband „Mellmaus Quartett“ auf Tournee, mit der Kultband „Herne 3“ nahm er eine CD auf. Auch bei den „Supertunes“ war er dabei. Nebenbei schrieb und verfilmte er den „Kohlenpott-Boogie“.

Das Talent von Heike Becking wurde direkt erkannt. Bei ihrem ersten Auftritt erntete die damals Zehnjährige tosenden Applaus. „Das hat irgendetwas in mir ausgelöst“, sagt sie heute. Immer wieder zog es sie auf die Bühne - und auch hinter die Kulissen. Mit 18 Jahren gründet sie ein Kinder- und Jugendtheater, welches bis heute besteht. 2001 ist die Grundschullehrerin, die heute in der Lehrerausbildung arbeitet, Teil eines Kulturaustauschprojekts im Kosovo. „Mit dem Stück „Einer flog über das Kuckucksnest“ gingen wir dort auf Tournee“, so die 53-Jährige.

2004 taten sich beide zusammen – erst persönlich, später auch beruflich. 2010 wurde die Kulturkneipe „Maschinchen Buntes“ gegründet. Die Idee dazu: Lokalen Bands eine Plattform bieten, auf der sie sich austoben können. Immer wieder stehen seitdem junge und alte Bands auf der kleinen Bühne der Kneipe, treten Schauspieler auf oder bringen Komödianten das Publikum zum Lachen. 2012 folgte die logische Fortführung: Unter dem Label des Vereins tragen Ede und Heike ihre Idee in die „ganze Welt“. In immer mehr Städten suchen sie Kneipen, um lokalen Künstlern eine Bühne zu bieten, etwa im „Schöne Aussichten“ in Münster.

Neben ihrem Großprojekt „Maschinchen Buntes“ sind beide weiterhin in ihrem eigenen Metier aktiv. Heike Becking zusammen mit der Theaterpädagogin Beate Kuhlmann in einem „Kabarett-Comedy-Mix mit Lokalkolorit“, Reinald Assheuer mit der „Unknown Blues Band“. Manchmal machen sie dann doch gemeinsame Sache: Zwar tritt Heike Becking inzwischen auch als Sängerin mit ihrem Mann auf.

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