Hundefotos -Splashdogs planschen vor der Kamera in Witten

Ein wildes Tier? Ralf Geitz aus Witten fotografiert Hunde unter Wasser.
Ein wildes Tier? Ralf Geitz aus Witten fotografiert Hunde unter Wasser.
Foto: Ralf Geitz
Wild, lustig und manchmal bedrohlich: Auf Unterwasserfotos von Hunden hat sich Fotograf Ralf Geitz spezialisiert. Der Wittener macht die Aufnahmen im eigens aufgebauten Pool mit Kletterrampe. Doch die Topmodels unter den Splashdogs brauchen die nicht – sie springen einfach rein ins kühle Nass.

Witten. Model Lara kann es kaum erwarten, bis es losgeht. Sie tänzelt aufgeregt am Set herum, wirft dem Fotografen schmachtende Blicke zu. Dann endlich darf sie loslegen. Mit einem gewaltigen Satz springt sie in den Pool: Und Ralf Geitz hat Schwierigkeiten, mit der Kamera in der Hand im Wasser das Gleichgewicht zu behalten, so begeistert taucht der Münsterländer-Mix ab, um das Bällchen zu holen. Platsch – und noch einmal. Der Fotograf strahlt: „Lara ist einfach der perfekte Splashdog.“

Splashdogs – Hunde unter Wasser: Die faszinierenden Fotos des Amerikaners Seth Casteel machten 2012 Schlagzeilen. Auch Ralf Geitz war sofort fasziniert von den wilden, lustigen, außergewöhnlichen Hundeporträts. „Ich hab versucht, solche Bilder in einer natürlicheren Umgebung zu machen“, erzählt der 47-Jährige, der in Bommern ein kleines Fotostudio betreibt.

Aber Ruhr und Kemnade waren einfach nicht klar genug. Also baute er im heimischen Garten doch ein Planschbecken auf und fotografierte zunächst die Hunde vom Hof. Dann die von den Nachbarn. Und inzwischen Hunde aus ganz Deutschland. Im Kalender „Splashdogs – Hunde im Wasser“ sind seine schönsten Aufnahmen zu sehen.

Der Hund muss Vertrauen fassen

Längst reicht das Becken nicht mehr. Geitz hat einen neuen Pool gekauft, viereinhalb Meter im Durchmesser und einen Meter tief, mit einer Rampe zum Rausklettern, über die die wasserscheueren Kunden aber gern auch reinklettern dürfen, und einer Sofaecke für Herrchen und Frauchen. Denn nur wenn die entspannt sind, dann sind es auch die Hunde – und das ist die Voraussetzung für ein gelungenes Bild: „Der Hund muss auf mich reagieren, Vertrauen fassen, sich auf mich einlassen.“

Bis ein vorsichtiger Kandidat zu einem echten Splashdog geworden ist, das kann schon mal gut zwei Stunden dauern. „Aber wenn’s klappt, dann ist es immer etwas sehr Besonderes“, schwärmt der Fotograf, der im Hauptberuf bei der Flüchtlingshilfe arbeitet. Ganz nah bei dem Tier zu sein – und dass nicht nur buchstäblich mit der Anglerhose im Becken – das ist es, was dem Pädagogen gefällt: „Gänsehautmomente.“

Hoher Spaßfaktor

Manchmal bleibt’s aber nicht bei der Gänsehaut: Schon einige Male musste Geitz seine Finger in Sicherheit bringen, wenn allzu eifrige Kandidaten nach dem Ball schnappten, einer hat ihm neulich einen üblen Kinnhaken versetzt, einer ihn mit einem unerwarteten Sprung vor die Brust gedöppt. Dennoch: „Ich habe schon viel fotografiert – aber noch nie war der Spaßfaktor so hoch.“

Topmodel Lara sieht das auch so: Sie würde auch gerne zwei Stunden lang Aufnahmen machen. Indes: Bei einer Wasserratte wie ihr ist das Bild ratz-fatz im Kasten.

 
 

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