Humanitärer Gedanke trifft Abenteuerlust

Rotkreuzler Christian Schuh aus Witten fliegt bald nach Uganda.
Rotkreuzler Christian Schuh aus Witten fliegt bald nach Uganda.
Foto: Irmine Skelnik
Christian Schuh zieht es immer wieder in die Ferne. Für das Deutsche Rote Kreuz war er bereits mehrfach im Auslandseinsatz. Bald geht es für den 32-jährigen Wittener nach Ostafrika.

Länder haben für Christian Schuh spezifische Gerüche. Der Wittener Rotkreuzler ist seit 2007 regelmäßig bei Auslandseinsätzen. Es seien aber weniger spezifische Düfte, etwa von Müll oder Essen, sondern eher feine Nuancen, wie man sie in verschieden Wohnungen wahrnimmt. In einer Woche geht es für den 32-Jährigen nach Ostafrika, dort wird er sich mit jungen Menschen treffen, die gerade in Uganda ihren Freiwilligendienst verbringen. Die Reise ist von langer Hand geplant, eher eine Ausnahme bei Auslandseinsätzen.

„Das hat schon fast was von Urlaub“, sagt Christian Schuh lächelnd. Natürlich müsse er dort, also in der Hauptstadt Kampala, das Seminar vorbereiten und betreuen sowie mehrere Stellen des Roten Kreuzes besuchen. Aber in aller Ruhe die Koffer zu packen und sich auf die Reise einzustimmen, das sei ungewohnt. Nach dem großen Erdbeben in Haiti 2010 hatte er innerhalb von vier Stunden im Flugzeug gesessen. Eine Belastung nicht nur für den Medizinstudenten sondern auch für seine Familie. Aber eine, die er gerne in Kauf nimmt, denn seit er 2004 mit Kollegen ein Seminar zur Trinkwasseraufbereitung besucht hatte, lässt ihn die Auslandshilfe des DRK nicht mehr los. Der ausgebildete Kinderkrankenpfleger absolvierte bis 2006 eine spezielle Ausbildung und flog 2007 zum ersten Mal auf die Philippinen. Es folgten weitere Einsätze in Simbabwe und Afghanistan.

„Vor allem vor Afghanistan gab es viele Diskussionen“, erinnert sich der Wittener. Seine Freundin und Eltern seien anfangs wenig begeistert gewesen. „Aber ich fühle mich sicher in so einem Land.“ Das DRK bereite seine Kräfte umfassend vor. „Am Anfang gibt es sicher Situationen, bei denen einem mulmig wird“. Stefan Schuh erinnert sich daran, wie er die ersten nahen Schüsse in Afghanistan hörte und in Deckung ging. Aber im Nachhinein merke man, dass einem nichts passiere, wenn man die Regeln befolge. Spannend sei, das man Menschen treffe, mit denen man sich nicht verständigen könne.

„Ich mache das, um den Menschen zu helfen.“ Das sei immer die Standardantwort. Doch auch wenn es sicherlich auch um den humanitären Gedanken bei seinen Auslandseinsätzen gehe, anfangs habe ihn vor allem die Abenteuerlust und die Neugierde angetrieben. „Bei meinem ersten Einsatz vor fünf Jahren habe ich gelernt, dass die Arbeiter vor Ort oft wesentlich mehr können, als die Helfer die kommen, das hat mich sehr geprägt“, so der 32-Jährige.

 

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